Jedem Kranken sein eigenes Bett

Im Jahre 1574 begannen die Ordensritter in Valletta auf Malta mit dem Bau eines Hospitals, das 'La Sacra Infermeria' genannt wurde, das 'Heilige Hospital'.

 

Dabei verfolgte der Orden ein ungewöhnlich modernes und vorbildliches Konzept: Bei der Unterbringung der Patienten traf man eine Einteilung nach der Art ihrer Erkrankung, aber auch nach sozialen und religiösen Aspekten. Dabei bildete man kleine Einheiten, die für jeweils eine Krankheit zuständig waren, gleichsam spezialisierte Fachabteilungen.

Im größten Krankensaal der Welt (Länge 155 m, Breite 11 m, Höhe 10 m) lagen über 100 Patienten aus vielen Ländern der Welt. Von Anfang an verfügte 'La Sacra Infermeria' über Einzelbetten, was für das 16. Jahrhundert durchaus ungewöhnlich war.

Zur gleichen Zeit mussten sich in Europa, vor allem in berühmten Krankenhäusern wie beispielsweise im 'Hotel Dieu' in Paris bis zu acht Personen ein Bett teilen.

Diese Praxis wurde noch bis 1781 praktiziert.

Dagegen herrschten im Hospital in Malta regelrecht luxuriöse Verhältnisse:

 

+++ Jedes der Betten war mit einer wollenen Matratze ausgestattet und wurde rundum abgeschirmt durch einen Vorhang, der farblich auf die Bettdecke abgestimmt war.

 

+++ An jedem Kopfende des Saales war ein Altar angebracht - unübersehbarer Hinweis auf die Gründer und Träger des Krankenhauses:

der ersten internationalen Krankenhausorganisation der Geschichte. (Martin Glauert, Die Johanniter 1/98)