Malta / Rhodos

Malta

Nach dem Verlust von Rhodos war der Orden zunächst ohne eigenen zentralen Sitz und ohne Basis für seine eigentlich im Heiligen Land liegende Hauptaufgabe.

 

Die geflüchteten Ritter ließen sich zum Teil auf Kreta nieder oder zogen sich auf die sonstigen Besitzungen des Ordens in Europa zurück.

 

1530 übergab Kaiser Karl V. die Inseln Malta und Gozo sowie das 1509 von Spanien eroberte Tripolis den Rittern als Lehen. In der Folgezeit bürgerte sich die Bezeichnung Malteserorden ein.

 

Die Insel Malta war unterentwickelt und militärisch schlecht gesichert.

Von Malta aus boten sich den Rittern aber Seeoperationen an.

 

Die Malteserritter bauten eine Flotte von Kriegsgaleeren auf, mit der sie erfolgreich die Schifffahrt der muslimischen Staaten am Mittelmeer plünderten.

Der 44. Großmeister des Ordens, Philippe de Villiers de l'Isle-Adam, übernimmt 1530 die Insel Malta
Der 44. Großmeister des Ordens, Philippe de Villiers de l'Isle-Adam, übernimmt 1530 die Insel Malta

Damit trugen sie wesentlich zur Finanzierung des Ausbaus der Anlagen auf Malta bei, allerdings zogen sie auch die Aufmerksamkeit der Heimgesuchten auf sich. 1551 ging Tripolis an den türkischen Korsaren Turgut Reis verloren und 1565 wurde auch Malta von den Osmanen angegriffen.

 

Die Johanniter konnten sich in der für beide Seiten äußerst verlustreichen Belagerung knapp behaupten.

 

Die „Umzüge“ sowie die Verteidigung seiner Besitzungen im Mittelmeerraum wie auch der Schutz der christlichen Handelsschiffe durch die Flotte der Malteser zehrten wiederum stark am Vermögen des Ordens.

Zu dieser Zeit wurde der Orden auch durch die Vorgänge im Zuge der Reformation sowohl materiell als auch personell geschwächt.

 

Die englische Zunge hörte mit der Abspaltung der Anglikanischen Kirche 1534 fast auf zu existieren und auch die deutsche Zunge wurde deutlich geschwächt.

 

 

 

 

Rhodos

Nach Auseinandersetzungen des Ordens mit dem König von Zypern fasste der damalige Großmeister Fulko de Villaret 1306 den Plan, das von Byzanz nur schlecht verteidigte Rhodos zu erobern, was 1309 dann auch gelang.

 

Über 200 Jahre herrschten die Johanniter über die Insel.

 

Rhodos wurde stark befestigt und ein mächtiger Großmeisterpalast errichtet. Die Ritter verteidigten die Insel gegen diverse Angriffe unter anderem der Ägypter unter Dschakmak.

 

Streitigkeiten, hohe Kreditforderungen für den Ausbau von Rhodos und Probleme mit der Rekrutierung neuer Ritter führten allerdings dazu, dass die Kreuzzugaktivitäten vorübergehend vernachlässigt wurden.

 

An Stelle der Wiedereroberung Jerusalems trat die Verteidigung des Mittelmeers gegen islamische Truppen als Aufgabe des Ordens.

Galeere des Ordens, hier ein Holznachbau
Galeere des Ordens, hier ein Holznachbau

Die Johanniter bauten eine starke Galeerenflotte auf, die ein bedeutender Machtfaktor im östlichen Mittelmeerraum war.

 

Der Orden geriet jedoch in die widerstreitenden Handelsinteressen Venedigs, Genuas sowie des Papstes, was sich lähmend auswirkte.

 

Während der Amtszeit des Großmeisters Johann von Lastic (1437–1454) erschienen ägyptische Flotten 1440 und 1444 vor Rhodos. Eine Belagerung der Hauptstadt im Jahre 1444 konnte erfolgreich abgewiesen werden.

 

Auch die 1480 erfolgte Belagerung der Stadt Rhodos durch das über 70.000 Mann starke Heer des Osmanensultans Mohammed II. hielt der Orden unter Großmeister Pierre d’Aubusson (1476–1503) glücklich aus.

Die Ordensritter mussten erst am 22. Dezember 1522, nach sechsmonatiger Verteidigung gegen die Truppen Sultans Süleyman des Prächtigen kapitulieren.

 

Die überlebenden Ritter und ihr Großmeister Philippe de Villiers de l’Isle-Adam erhielten nach dieser Belagerung freien Abzug.