Kreuz des Malteser Ritterordens

Das Malteserkreuz

 

Das Malteser- bzw. Johanniterkreuz ist ein achtspitziges Kreuz und Symbol verschiedener christlicher Orden.

Das weiße Malteserkreuz auf schwarzem oder rotem Grund ist sowohl das Symbol des katholischen Malteserordens als auch des protestantischen Johanniterordens, das grüne Malteserkreuz auf grauem oder weißem Grund ist das Symbol des ökumenischen Lazarusordens.

 

Dabei erinnert die Kreuzform an den Opfertod Christi und bezeugt so den christlichen Auftrag von Johannitern und Maltesern. Auf schwarzem Grund erscheint das weiße Johanniterkreuz auf der Ordenskleidung der Johanniter- und Malteserritter, auf rotem Grund in den Wappen der beiden Orden und ihrer Hilfswerke, unter anderem der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes.

 

Beide Orden vergeben Auszeichnungen in Form des Johanniterkreuzes.

 

Logo der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V

 

 

 

Johanniterkreuz und Malteserkreuz

Zwischen Johanniterkreuz und Malteserkreuz gibt es keinen Unterschied. Verschieden ist heutzutage in Deutschland und einigen anderen Ländern nur die Rahmenform, in der das Kreuz geführt wird.

Während die evangelischen Johanniter das weiße, achtspitzige Kreuz in einem runden Signet führen, findet es sich bei den katholischen Maltesern in einem schildförmigen Wappen.

 

Wenn nicht das Signet oder das Wappen einer bestimmten Organisation bezeichnet werden soll, empfiehlt sich die Verwendung des Begriffs „Johanniterkreuz“, da es bei Johannitern wie bei Maltesern als Symbol für den Orden des hl. Johannes steht (daher „Johanniter“), der seit 1099 besteht, aber erst seit 1530 auf Malta ansässig war.

Eine neutrale Bezeichnung wäre auch „Hospitaliterkreuz“, die bei keiner der beiden Organisationen einen negativen Beigeschmack hinterlassen würde.

 

Die Bezeichnung „Hospitaliter“ war in der Frühzeit des Ordens im Heiligen Land synonym zu „Johanniter“. International und allgemeinsprachlich gebräuchlicher ist dagegen „Malteserkreuz“.

Das Johanniterkreuz, wie das Malteserkreuz, ist neben dem Tatzenkreuz eine weitere, künstlerisch verfeinerte Form eines Kreuzes, in der die acht Spitzen des Kreuzes die acht Seligpreisungen der Bergpredigt und die vier Arme die vier ritterlichen Kardinaltugenden versinnbildlichen.

 

Als solches symbolisiert auch das Kreuz als christliches Symbol den Kreuzigungstod des Jesus Christus.

Die Flagge mit dem weißen Malteserkreuz auf rotem Grund wird oft fälschlich als Staatsflagge des Souveränen Malteserordens angesehen - es handelt sich aber um die Flagge der Werke des Ordens.

Die Flagge des Ordens selbst zeigt ein liegendes weißes lateinisches Kreuz auf rotem Grund.

 

Geschichte

Das achtspitzige Kreuz selbst ist ein altes Symbol, das sich schon in der Antike in unterschiedlichen Formen findet. Als künstlerisches Element sind Malteserkreuze seit dem 6. Jahrhundert aus der byzantinischen Kultur bekannt.

 

Die Stadt Amalfi nimmt für sich in Anspruch, das Symbol bereits vor Ordensgründer Bruder Gerhard (der aus Amalfi stammte) genutzt zu haben.

 

Tatsächlich tragen Münzen der Stadt aus der Zeit vor der Ordensgründung verschiedentlich eine Art Malteserkreuz. Jedoch zeigen die ersten Siegel des Ordens und seiner Hospitäler kein Malteserkreuz, sondern unterschiedliche Kreuzesformen.

 

Neben dem Patriarchenkreuz werden uneinheitlich auch Tatzenkreuze und Mischformen verwendet.

Quellen über den Templerorden sagen aus, dieser habe sein Zeichen (ein Tatzenkreuz) nach dem Vorbild des damaligen Johanniterordens gewählt. Die Festlegung auf ein spezifisches Logo war der frühmittelalterlichen Zeit fremd. Noch auf Rhodos tragen die Wappen des Ordens und seines damaligen Großmeisters Pierre d'Aubusson kein Malteserkreuz. Achtspitzige Kreuze unterschiedlicher Formen finden sich jedoch schon auf älteren Münzen des Ordens.

Wann der Johanniterorden das achtspitzige Kreuz als Symbol angenommen hat, ist nicht sicher.

 

Nachzuweisen ist es in seiner heutigen, symmetrischen Form auf Ordensmänteln jedenfalls schon auf Zeichnungen, die der Vizekanzler des Ordens Guillaume Caoursin nach der erfolgreichen Abwehr der türkischen Belagerung von Rhodos im Jahr 1480 angefertigt hat.

 

Das Ordenskapitel von 1489 sagt über das Kreuz: „So sollen die Ritter vom Hospital, indem sie mit frommem Eifer sowohl die eine als auch die andere dieser Pflichten erfüllen, auf ihrem Gewande das Kreuz mit acht Spitzen tragen, damit sie eingedenk sind im Herzen, das Kreuz Christi zu tragen, geschmückt mit acht Tugenden, die sie begleiten.“

Zuvor trug der Orden nur ein einfaches weißes Balkenkreuz auf schwarzem oder rotem Grund, das lange Zeit parallel neben dem achtspitzigen Kreuz die militärische Kleidung der Ordensmitglieder zierte und bis heute die offizielle Flagge des Malteserordens und des englischen Order of St. John darstellt.

 

In zivilen Angelegenheiten wurde das stets weiße Kreuz auf schwarzem Grund, in kriegerischen Auseinandersetzungen auf rotem Grund getragen. In der Heraldik des Ordens wurde das achtspitzige Kreuz nur als Unterlegung des Wappenschildes verwendet; die viergeteilten Wappen der Ordensritter zeigen oben links und unten rechts jeweils ein weißes Balkenkreuz auf rotem Grund.

 

Heraldisch haben auch die Farben eine Bedeutung: Weiß steht für Reinheit oder Unschuld, Schwarz für Stärke, Rot für Kampf, Leben, Einsatz, Blut.

 

Die Nutzung des Malteserkreuzes in der heute verwendeten Form ist im Orden erst seit dem 16. Jahrhundert (Malta) durchgängig belegbar.

 

 

 

 

Malteser Hilfsdienst (Altes Abzeichen)

Lazarusorden: Grün auf Weiß

Ritter von Montjoie: gespalten Weiß und Rot  

 

 

Deutungen

DAS ACHTSPITZIGE MALTESER KREUZ

 

Ursprünglich handelte es sich um ein weißes Balkenkreuz, das die Kreuzfahrer, die zur Befreiung des Heiligen Landes kamen, auf ihren Kleidern trugen. Die Mitglieder der Brudergemeinschaft des Hl. Johannes trugen es auf ihrer schwarzen Kukulle, die der Ordenstracht der Benediktiner nachgebildet war. Später wurde aus dem Balkenkreuz das Kreuz mit acht Spitzen.

 

Das Kreuz kommt zum ersten Mal in dem Siegel des Ordenshospitals in Jerusalem vor. Gefunden wurde es auch am Zugang zur Helenenkapelle der Grabeskirche in Jerusalem und auf den Münzen der Stadt Amalfi.

 

Das Ordenskapitel von 1489 sagt über das Kreuz: „So sollen die Ritter vom Hospital, indem sie mit frommem Eifer sowohl die eine als auch die andere dieser Pflichten erfüllen, auf ihrem Gewande das Kreuz mit acht Spitzen tragen, damit sie eingedenk sind im Herzen, das Kreuz Christi zu tragen, geschmückt mit acht Tugenden, die sie begleiten.“

 

Mit kirchlicher Erlaubnis wurde das Kreuz auch auf die roten Waffenröcke der Ritter übertragen.

Bereits im Jahr 1485 wurden den acht Spitzen des Kreuzes die acht Seligpreisungen der Bergpredigt zugeordnet:

 

„Dann begann Jesus zu reden und lehrte sie. Er sagte:

 

• Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

• Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

 

• Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

 

• Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;

denn sie werden satt werden.

 

• Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

 

• Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

 

• Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

 

• Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;

denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

• Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle

mögliche Weise verleumdet werdet.“ (Mt 5,2-11)

 

 

Die Seligpreisungen verweisen auf das, was Gott schenkt: Leben in Fülle. Das dürfen wir von Gott erwarten. Mit dem Kreuz erinnern wir die Menschen an die Gabe Gottes und bestärken uns als Gemeinschaft in diesem Glauben.

 

Die vier innenliegenden Ecken wurden den vier Kardinaltugenden zugeordnet: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.

 

Sie bilden Angelpunkte des sittlichen Lebens und regeln menschliches Tun, ordnen die Leidenschaften, lenken das Verhalten der Vernunft, dem Glauben entsprechend.

 

Klugheit:

Lässt in jeder Lage wahres Gut erkennen und richtige Mittel zu dessen Erlangung wählen; sie lenkt unmittelbar das Gewissensurteil.

 

Gerechtigkeit:

Ist der beständige und feste Wille, Gott und dem Nächsten das zugeben, was ihnen zusteht.

 

Tapferkeit:

Lässt in Schwierigkeiten standfest sein und am Erstreben des Guten festhalten. Sie besiegt die Angst vor Verfolgung und Tod.

 

Mäßigung:

Zügelt die Neigung zu übertriebenen Vergnügungen und lässt im Gebrauch geschaffener Güter das rechte Maß einhalten.

 

 

So wie die acht Spitzen des Kreuzes nach außen gerichtet sind und die frohe Botschaft vom Leben weitergeben, sind die nach innen gerichteten Ecken für den Malteser selbst gedacht und bilden die Basis unseres Dienstes.

 

Das Malteser Kreuz wird in Schildform getragen.

Der „Schild“ weist auf die Verteidigung des Glaubens und der christlichen Stätten hin - auf die militärische Verteidigung, die in den ersten Jahrhunderten des Ordens notwendig war, und auf die friedliche, die heute im Sinne eines Bekenntnisses gefordert ist.

 

 

 

 

 

 

 

Quellen Text und Bilder:   wikipedia / malteserorden deutschland