Der Fall Akkons und das Ende des Ordens

1289 erfuhr der Templermeister Wilhelm von Beaujeu von einem seiner Geheimagenten am Hof Sultan Qualawuns in Kairo, dass dieser einen Angriff auf Tripolis vorbereitete. Er warnte daraufhin den Grafen von Tripolis. Dieser schlug die Warnung in den Wind, was der Graf allerdings nach der Einnahme der Stadt im Mai bereut haben wird.

 

Qualawun wandte sich nun gegen Akkon, eine hinreichend befestigte und gut verteidigte Stadt mit 40.000 Einwohnern. Beaujeu war von Anfang an informiert über die Pläne Qualawuns, der, bevor er den Angriff starten konnte, verstarb.

 

Sein Nachfolger el-Malek-el-Ashraf folgte dem Plan seines Vorgängers und griff Akkon im Frühling 1291 an. Am 17. Mai schlugen die Muslime eine Bresche in die Mauer und drangen in die Stadt ein. Ein von den Ritterorden geführter Gegenangriff scheiterte. Bei diesem Angriff kam der Templer-Großmeister Wilhelm von Beaujeu ums Leben.

Chastel Pelerin im heutigen Israel
Chastel Pelerin im heutigen Israel
Plan von Chastel Pelerin
Plan von Chastel Pelerin

Der Widerstand konzentrierte sich im Templerviertel, das sich am besten verteidigen ließ. Das Haupthaus des Ordens stürzte am Ende ein und begrub Verteidiger und Angreifer unter sich.

 

Wer konnte, schiffte sich nach Zypern oder zur Templerfestung Chastel Pelerin ein. Kampflos wurden in den folgenden Wochen Tyrus, Beirut und Sidon aufgegeben.

 

Als letztes fiel Chastel Pelerin, der Stolz des Templerordens, am 14. August 1291. Die Templer verzichteten darauf, sie zu verteidigen und evakuierten sich im wohlgeordneten Rückzug nach Zypern, wo sie auch ihr neues Hauptquartier aufschlugen.

Jacques de Molay - letzter Tempelritter
Jacques de Molay - letzter Tempelritter

1293 wurde Jacques de Molay zum Großmeister gewählt und brach danach zu einer Rundreise durch Europa auf. Er rüstete Schiffe aus und erwirkte das Recht, Korn von Süditalien nach Zypern auszuführen.

 

Diese Aktionen waren indes zu begrenzt, um wirksam werden zu können. Zudem konnten die Lateiner die mongolische Offensive gegen Ende des 13. Jhts. nicht für sich nützen, trotz der Aufforderung der Mongolen.

 

Im Juni 1300 führten die beiden Ritterorden, verstärkt durch einige abendländische Kreuzfahrer und zypriotische Truppen, einige Seeangriffe gegen Alexandria, das Nildelta und die syrische Küste. Die von Molay befehligten knapp tausend Templer besetzten die kleine Insel Ruad vor Tortosa und befestigten sie.

 

Doch sie hatten keine Schiffe und so landeten die Sarazenen auf zwei Seiten und rieben die Templer auf.

 

Dies sollte die letzte größere militärische Aktion der Tempelritter werden, für dessen Fehlschlag Molay voll verantwortlich war.

 

Wappen von Jacques de Molay dem letzter tempelritter
Wappen von Jacques de Molay dem letzter tempelritter

1306 eroberten die Johanniter die griechische Insel Rhodos und gründeten drei Jahre später einen eigenen Staat. Der neue Großmeister der Hospitaliter, Fulko von Villaret, wollte aus seinem Ritterorden eine große Seemacht im Mittelmeer machen, mit Hauptsitz auf Rhodos.

 

Molay plädierte unterdessen für einen allgemeinen Kreuzzug und so lud Clemens V. die beiden Meister der großen geistlichen Ritterorden ins Poitou.

 

Der Templer-Großmeister traf Ende 1306 ein, der Johanniter-Großmeister erst im August 1307. Wenig später, am 13. Oktober 1307, wurden der Großmeister und alle seine Würdenträger im Pariser Tempel verhaftet.

Dem folgten Verhaftungen der Templer in ganz Europa.

 

Im Jahr 1312 wurde der Orden offiziell beim Konzil von Vienne aufgelöst und zwei Jahre später starb der letzte Großmeister des Tempels, Jacques de Molay, auf einem Scheiterhaufen in Paris.

Jacques de Molay auf dem Scheiterhaufen
Jacques de Molay auf dem Scheiterhaufen