Templerburgen / Gebäude / Orte, Teil 1

Templerburgen

 

 

Heiliges Land

* Akkon, heute Akko:Letzte Festung im Heiligen Land auch Feste des    Johanniterordens und der Hospitaliter

* Aryma

* Arsuz/Arsuf, 1213

* Baghras (ab 1137?), 1216–1268

* Beaufort/Belfort, 1260–1266

* Caco

* Cafarlet

* Calamella, 1266

* Chastel Blanc

* Château Pèlerin

* Darbsak/Trapesac im Amanosgebirge, 1136/37–1188

* Doc 1201–1263

* Gastria (Kalecik), bei Famagusta auf Zypern, erbaut 1191/92

* Le Destroit/Atlit bei Caesarea Maritima bis 1264

* Merle bei Dor

* Roche Roussel

* Rouche Guillaume

* Safed, 1240–1266

* Aruad, Ruad, Tortosa, Syrien

* Toron de Chevalier (Latrun), auch el-Toron, Castellum Boni Latronis

 

 

Europa

* Osthofen bei Worms

 

 

 

Gebäude/Orte

 

 

Altmühlmünster

Das Kloster Altmühlmünster ist ein ehemaliges Kloster im gleichnamigen Ort in der Nähe von Riedenburg im Landkreis Kelheim, von dem heute nur noch die Kirche existiert.

 

Geschichte

Um 800 soll bereits ein Benediktinerkloster in Altmühlmünster existiert haben, was aber urkundlich nicht belegbar ist. Vermutlich aus dieser Klostersiedlung heraus entwickelte sich ein Pfarrdorf, welches erstmalig im Jahr 1154 schriftlich erwähnt wird (Urkunde Papst Hadrians IV).

 

Im Jahr darauf stifteten die Burggrafen von Riedenburg, Heinrich und Otto aus dem Geschlecht der Babonen, ein Kloster, "monasterium ad almonam", welches sie 1158 dem Templerorden übertrugen. Diese Templer-Niederlassung war mit einem Komtur und 5 Brüdern besetzt. Zu Komturei gehörten 316 Tagwerk Land, die Höfe Laub- und Blauhof, 24 Tagwerk Wiesengrund, das Wasserrecht im Ort und das heutige Gasthaus Gerstner, das Jagdrecht, außerdem 3 Weinberge in Kelheim.

 

Im Rahmen der europaweiten Ausschaltung des Tempelordens nach den Beschlüssen des Konzils von Vienne wurde das Kloster Altmühlmünster im Jahr 1312 durch Kaiser Ludwig den Bayern dem Johanniterorden übertragen. Bis in die Neuzeit blieb Altmühlmünster eine der bedeutendsten Johanniterkomtureien der Region. Erst im Jahr 1808 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation vollständig aufgelöst und verfiel.

Ort

Altmühlmünster liegt im Landkreis Kelheim, in einem idyllischen Seitental der Altmühl, ca. 12 km von Riedenburg entfernt. Die Ortschaft, ein Straßendorf von ca. 1,5 km Länge, ist auf drei Seiten vom Wald umgeben.

 

Die heutige Pfarrkirche St. Johannes ist der einzige sichtbare Überrest einer einstigen Templer-/Johanniter-Komturei. Sie enthält im Kern die romanische Klosterkirche, welche vermutlich mit einem Reckteckchor versehen war und im 15. Jahrhundert unter den Johannitern um einen polygonalen Chor und Seitenkapellen erweitert wurde.

 

 

 

 

Arsuf

Arsuf (hebräisch אפולוניה, auch als Arsur oder Apollonia bekannt) war eine Kreuzfahrerstadt und Kreuzfahrerfestung im heutigen Israel, etwa 15 Kilometer nördlich von Tel Aviv.

 

Sie wurde im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. als Arschuf gegründet. Der Name stammt vom kanaanitisch-phönizischen Fruchtbarkeitsgott Reschef, der auch Gott der Unterwelt war. Arschuf blühte als Produzent von Purpurfarben, die ins Römische Reich exportiert wurden.

Arsuf Mauerreste
Arsuf Mauerreste
Arsuf Ausgrabung
Arsuf Ausgrabung

Im Jahr 1101 wurde die Stadt von einer Kreuzfahrerarmee unter Balduin I. von Jerusalem besetzt. Die Kreuzritter, die die Stadt Arsur nannten, bauten die Stadtmauern wieder auf und schufen die Herrschaft Arsuf innerhalb des Königreichs Jerusalem.

 

1187 wurde die Stadt von den Muslimen zurückerobert, fiel aber nach der Schlacht von Arsuf vom 7. September 1191 zwischen Richard Löwenherz und Saladin wieder an die Christen.

Arsuf, so soll es mal ausgesehen haben
Arsuf, so soll es mal ausgesehen haben

Johann von Ibelin, Herr von Beirut (1177-1236) wurde 1207 Herr von Arsur, als er Melisende von Arsur (* um 1170) heiratete. Beider Sohn Johann von Arsur (* um 1211, † 1258) erbte den Titel, den er an seinen ältesten Sohn Balian (* 1239, † 1277) weitergab.

 

 

1265 fiel Arsuf wieder unter muslimische Herrschaft, als der Mamluken-Sultan Baibars I. es eroberte. Mauern und Festung wurden geschleift, die Bevölkerung zerstreute sich.

 

 

 

Aruad

Aruad (arabisch أرواد, DMG Arwād) ist eine wasserlose Insel, die rund drei Kilometer vor der syrischen Hafenstadt Tartus (auch Tortosa oder Tartosa) liegt. Sie ist ca. 570 m lang und ca. 360 breit und vollständig von einem gleichnamigen Fischerdorf überbaut. Sie besitzt auf der Ostseite einen angelegten geschützten Hafen für kleine Boote.

 

Geschichte

 

Vorzeit

Auf der Insel existieren Siedlungsspuren, die mindestens bis in das 1. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen.

Osmanische Festung von Aruad
Osmanische Festung von Aruad

Phönizische Zeit

Auf Aruad befand sich die nördlichste phönizische Handelsstadt Arwad. In den Amarna-Archiven wurde sie Arwada oder Riwada genannt, unter dem assyrischen König Tiglat-pileser I. Armada, und unter König Sanherib Aruda. Auch biblische Zeugnisse sind vorhanden und finden sich in 1.Mose 10,18, in 1.Chronik 1,16 und in Hesekiel 27,8+11.

 

Die erste schriftliche Erwähnung von Arwad findet sich in Texten des Amarna-Archivs, auf dem seine Bewohner als Feinde des Pharao bezeichnet werden. Tiglat-pileser I. fuhr auf einem Schiff aus Arwas auf die "hohe See" hinaus. Unter den Feinden, die Salmanassar III. in der Schlacht von Karkara gegenüberstanden, befand sich auch der König von Arwad.

866 erhielt Assur-Nasirpal II. dann den "Tribut von Arwad", die Abhängigkeit war aber nur sehr locker. Unter Assurhaddon hatte Ikkilû, der König von Arwad versucht, Schiffe daran zu hindern, assyrische Häfen anzulaufen und bevorteilte Händler, die direkt mit ihm verkehren. Er soll auch Händler getötet haben, die in assyrische Häfen einliefen, ihre Boote beschlagnahmt und Spione nach Assyrien geschickt haben. So jedenfalls berichten Briefe von Itti-Šamaš-balatu, der die Aufsicht über die nördliche Mittelmeerküste hatte, an den König von Assyrien.

 

Er berichtet auch darüber, dass einige Assyrer systematisch versucht hätten, ihn einzuschüchtern. Nach dem Tod des Ikkilû setzte Assurhaddon dessen Sohn Azi-Ba'al zum König von Arwad ein, die Formulierung deutet auf eine, wenn überhaupt, sehr lose Kontrolle.

 

Kreuzfahrerzeit

Der Templerorden baute Aruad während der Kreuzzüge zu einer Inselfestung aus. Nach der Aufgabe von Château Pèlerin 1291 war Aruad deren letzte Bastion im Nahen Osten.

 

Von hier aus versuchten die Templer, die sich mit den Mongolen verbündet hatten 1300 bis 1302, Gebiete auf dem Festland zurückzuerobern. Dies scheiterte an einem Gegenangriff der Mamelucken, so dass die Templer die Insel im Zuge der Belagerung von Aruad im September 1302 aufgeben mussten.

 

Nach der Kreuzfahrerzeit und dem Abzug der Templer verlor die Gegend und die Insel an Bedeutung.

Satellitenbild von Tartus und Aruad ( roter Pfeil )
Satellitenbild von Tartus und Aruad ( roter Pfeil )
Aruad
Aruad

Gegenwart

Heute ist die Insel vollständig vom gleichnamigen Fischerdorf bebaut. Die Verteidigungsmauern des Templerordens an der Wasserlinie sind vollständig abgetragen, die Uferbefestigung lässt aber noch ihren ehemaligen Verlauf erahnen.

 

Das alte Festungsgebäude ist jedoch noch gut erhalten und heute Ortszentrum. Aruad, die einzige Insel Syriens, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.

 

 

 

 

 

Baghras

Baghras (türkisch Bakras, auch Bagras oder Gaston/Gastin, von lat. Castron) war eine mittelalterliche Burg im Grenzgebiet zwischen dem Fürstentum Antiochia und Kleinarmenien, heute in der Provinz Hatay in der Türkei gelegen. Sie verteidigte den Zugang nach Syrien von Norden her.

 

Lage

Die Ruine liegt auf einem steilen Felsen über der Ebene des Orontes und kontrollierte den Handelsweg zwischen Alexandrette (heute Iskenderun) und Antochia (heute Antakya). Die Burg wurde durch einen Aquädukt mit Wasser versorgt.

Baghras - Die Burg im Amanosgebirge
Baghras - Die Burg im Amanosgebirge

Geschichte

Baghras fiel 1134 oder 1137 an die Templer. Damit gehörte die Festung zusammen mit Roche Roussel und Darbsak zu den frühesten Besitzungen der Templer im Heiligen Land.

 

Baghras kam dann in den Besitz der Byzantiner und schließlich an den Rubeniden Thoros II.. Kaiser Manuel I. beauftragte Renaud de Chatillon, die Festung zurückzuerobern, doch wurde dieser von Thoros bei Alexandretta geschlagen.

 

Thoros gab Baghras an die Templer zurück, die ihm im Gegenzug ihre Unterstützung zusagten. 1160-1161 gehörte Baghras zum Fürstentum Antiochia. 1170 nahm Fürst Mleh von Kleinarmenien seinen ehemaligen Glaubensbrüdern die Festung wieder ab, die sie erst nach seinem Tode 1175 erneut in Besitz nehmen konnten. Es ist nun als das nördliche Hauptquartier der Tempelritter belegt.

 

1188 nahm Saladin Baghras ein.

Fulk von Bouillon eroberte die Festung für seinen Vetter, Fürst Lewon II. von Armenien (ab 1198 König Leo I. von Armenien). Dieser residierte hier 1191 und ließ wichtige Baumaßnahmen durchführen. 1193 konnte er hier Bohemund von Antiochia gefangennehmen, angeblich mit Hilfe von dessen Frau.

Erst durch wiederholte Intervention des Papstes Innozenz III. versprach Leo 1212 die Rückgabe des gesamten Templerbesitzes, und diese erhielten dann 1216 die Burg tatsächlich zurück. 1266 widerstand die Burg einer Belagerung durch den Sultan von Aleppo.

 

Nachdem der Mamelukken-Sultan Baibar 1283 die Burg Beaufort eingenommen hatten, schleiften die Templer Baghras und gaben es kampflos auf.

 

 

 

Burg Beaufort

Die Burg Beaufort, auch Burg Belfort genannt, liegt auf etwa 650 m hoch über dem Fluss Litani im Südlibanon, gegenüber von Deir Mimas.

 

Aufbau der Burg

Die Ostseite Beauforts ist durch einen senkrechten Felssturz zur Flussseite hin geschützt. Der Schutz der Nordseite besteht aus einem in den Fels gehauenen Graben. Ein zweistöckiger Donjon aus dem 12. Jahrhundert in der Mitte der Westseite schützt diesen Teil des Innenhofes. Zwischen 1190 und 1240 wurde auf der Nordseite ein arabisches Fort angebaut, das durch eine Mauer mit der Hauptburg verbunden ist.

Burg Beaufort
Burg Beaufort

 

Geschichte der Burg

Die Festung wurde 1139 von König Fulko von Jerusalem erobert, der die Burg ausbauen ließ. Von der Burg aus ließ sich die Straße zwischen Tyros und Damaskus kontrollieren.

 

Die Herren von Sidon hielten die Burg von 1139 bis 1190, ehe sie von muslimischen Truppen erobert wurde.

 

Beaufort war die einzige größere Kreuzritterburg, die der Eroberungswelle Saladins in den Jahren 1187 bis 1189 standhielt, der die Burg mehrmals belagerte.

 

Dabei legte der Burgherr Reynald von Sidon noch Saladin herein, indem er die Übergabe versprach, die Burg indes jedoch heimlich reparierte. Am 22. April 1190 musste er die Burg schließlich doch, gegen freien Abzug der Verteidiger nach Tyros, an Saladin übergeben.

 

Während des Kreuzzugs des Grafen Theobald IV. von Champagne erhielt Balian von Sidon die Burg 1240 vom Ayyubiden-Sultan von Damaskus as-Salih Ismail zurück, der sich dafür die Unterstützung der Kreuzfahrer gegen seinen Neffen as-Salih Ayyub, den Ayyubiden-Sultan von Ägypten, erhoffte.

 

Entgegen dem Befehl ihres eigenen Sultans, weigerte sich die muslimische Besatzung der Burg diese den Christen zu übergeben, woraufhin as-Salih Ismail die Burg selbst mit seinem Heer belagerte und die Übergabe an die Kreuzfahrer erzwang.

Auch andere Truppenteile des as-Salih Ismail weigerten sich an der Seite von Kreuzfahrern gegen Muslime zu kämpfen, so dass die Kreuzfahrer stattdessen schließlich im Winter 1240/41 ein Angebot des Sultans von Ägypten annahmen mit ihm gegen weitere Gebietsabtretungen ein Neutralitätsabkommen zu schließen. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg bereits an die Christen übergeben und blieb in deren Besitz.

 

Als später die Mongolen das Umland der Burg verwüsteten, verkaufte Balian sie 1260 an den Templerorden, der weitere Ausbauten an der Burg vornahm.

 

Im Jahr 1268 ging die Burg den Kreuzfahrern endgültig verloren, als sie von Truppen der Mamelucken, die die Ayyubiden in Ägypten gestürzt hatten, unter Sultan Baibars I. erobert wurde.

Im 17. Jahrhundert nutzte der libanesische Fürst Fakhr ad-Din II. die Burg als Teil seines Festungs-Netzwerkes. Fakhr ad-Din wurde schließlich von den Osmanen besiegt, die den oberen Teil der Burg zerstörten.

 

1782 eroberte der Gouverneur von Akkon die Burg und zerstörte einen Teil der verbliebenen Befestigung.

 

1837 wurden die Reste der Burg von einem Erdbeben schwer beschädigt. Fortan wurde die Burg als Steinbruch und Schafstall verwendet.

 

Die Restaurierung der Burg wurde 1920 unter der Französischen Mandatsverwaltung begonnen und nach 1943 vom nun unabhängigen Staat Libanon fortgesetzt.

 

Die strategische Lage der Burg, die den Ausblick über weite Teile des Südlibanons und Nordisraels ermöglicht, macht die den Burgberg bis in die Gegenwart zum begehrten Zankapfel. 1982 hatte die israelische Armee den Berg im Südlibanon während des Libanon-Kriegs erobert.

 

Im Jahre 2000 zog sie sich nach öffentlichen Protesten aus dem Südlibanon zurück.

 

 

Burg Merle

Die Burg Merle liegt auf der Akropolis von Dor an der Karmelküste des heutigen Israel. Sie ist auch unter dem Namen Tartura bekannt.

 

Geschichte

Die Burg wurde im 12. Jahrhundert durch die Kreuzritter des nahegelegenen Caesarea Maritima erbaut und ist nach der Familie Merle, deren Lehen sie bildete, benannt. Diese war den Ibelins in Jaffa lehenspflichtig. Für den Bau wurden zunächst sämtliche Siedlungsschichten bis auf den anstehenden Felsen abgetragen.

 

Ein fünf Meter tiefer Graben trennte die Festung vom Rest des Hügels. Er konnte vielleicht mit Meerwasser geflutet werden. Die Festung wurden mit Steinen aus den Ruinen des hellenistischen und römischen Dor gebaut. In den Raubgräben fanden sich Münzen von Amalrich II. (1163-1174) und Johann von Brienne (1210-1225).

 

Die Burg fiel im Verlauf des 12. Jahrhunderts an die Templer, nach der Schlacht bei Hattin 1187 an Saladin, wurde aber bald von den Templern zurückerobert. 1191 landete hier Richard Plantegenet, als er auf die Flotte aus Akko wartete.

 

1264 wurde das nahegelegene Atlit (Destroit) aufgegeben und fiel an Baibars, der es 1291 zerstören ließ, vermutlich teilte Merle dieses Schicksal. Später stand hier ein osmanischer Wachtturm.

 

1898 besuchte Kaiser Wilhelm die Ruinen der Kreuzfahrerburg.

 

 

Alternativname: Tartura

Entstehungszeit: um 1100 bis 1200

Erhaltungszustand: Ruine

Ort: Dor

 

 

Convento de Cristo

Der Convento de Cristo (Christuskloster), in Tomar, Portugal, ist eine 1162 von Tempelrittern gegründete ehemalige Klosteranlage und ist seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe.

Nach Auflösung des Templerordens 1305 durch Papst Clemens V. ging sie in den Besitz des in Portugal neu gegründeten Ordens der Christusritter.

Convento de Cristo
Convento de Cristo

1159 erhielt der Orden der Tempelritter vom ersten portugiesischen König Dom Afonso Henriques das Gebiet um Tomar, etwa 130 km nördlich von Lissabon und 135 km südlich von Coimbra.

Hier sollten sich die von den erfolgreichen Kreuzzügen zurückkehrenden Ritter niederlassen und den König bei der Reconquista unterstützen.

 

Nachdem die Burg (Castelo de Cera) verfallen war, entschied man sich, eine neue Burg an strategisch günstigerer Stelle am Fluss Rio Nabão zu errichten. Sie lag am Weg zwischen der damaligen Hauptstadt Coimbra und Santarém.

 

Convento de Cristo Fenster
Convento de Cristo Fenster

Im Jahre 1160 wurde mit dem Bau der Burg (Castelo de Tomar) durch den Grossmeister des Templerordens Gualdim Pais begonnen, 1162 begannen die Bauarbeiten für den Kreuzgang innerhalb der Burganlage. Unter Heinrich dem Seefahrer begann der Bau eines weiteren Kreuzgangs zwischen dem Chor und der Burg.

 

1484 wurde unter dem Großmeister und künftigen portugiesische König Manuel I. der Kreuzgang und die Christusritterkirche gebaut. Architekt war Diogo de Arruda.

Unter der Regentschaft König Manuels (1495 bis 1521) wurde die gesamte Burganlage reich ausgestattet, und die Anlage erhielt seine noch heute bestehende Form mit der typischen Mischung aus gotischen-, barocken- und manuelinischen Stilelementen.

Von 1532 bis 1618 wurde die Burg mehrfach ausgebaut, erweitert und umgestaltet. Aus dem 16.-17. Jahrhundert stammen die Klosteranlage mit den Mönchszellen sowie ein 5 km langer Aquädukt.

 

Klosterkirche

Zunächst wurde ein romanischer Zentralbau in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Templern errichtet. Von außen betrachtet handelt es sich um ein 16-seitiges Polygon mit starkem Strebwerk, Rundfenstern und Glockenturm.

Den Innenraum bildet ein Oktogon, das durch Bögen mit der Empore verbunden ist. Der Grundriss orientiert sich an der Grabeskirche in Jerusalem.

 

Convento de Cristo Grundriss
Convento de Cristo Grundriss

Der Innenraum ist reich mit gotischen und manuelinischen Plastiken und Malereien ausgestattet. Die Malereien stammen aus der Werkstatt des Hofmalers Manuel I., des Portugiesen Jorge Afonso, während der Flame Olivier de Gand und der Spanier Hernán Muñoz die Skulpturen schufen.

 

Das seinerzeit für die Kirche geschaffene Werk "Das Martyrium des St. Sebastian" hängt jetzt im Lissaboner Museum für Alte Kunst (Museu Nacional de Arte Antiga).

 

Im 15. Jahrhundert wurde unter Heinrich dem Seefahrer dem romanischen Zentralbau ein gotisches Kirchenschiff angefügt. Aus dem romanischen Bau wurde die Apsis der erweiterten Kirche.

 

Ab 1510 wurde das Längsschiff von dem portugiesischen Architekten Diogo de Arruda und dem Spanier João de Castilho im manuelinischen Stil umgestaltet. Das so genannte "Janela do Capítulo" (Fenster des Kapitelhauses), vereint viele typischen Motive der Manuelinik: das Kreuz des Christusordens, Tauwerk, Korallen und pflanzliche Motive.

 

Als Eingang zur Kirche dient ein Seitenportal, das ebenfalls reich mit manuelinischen Motiven, einer Jungfrau mit dem Kinde und alttestamentarischen Propheten geschmückt ist.

 

Als Eingang zur Kirche dient ein Seitenportal, das ebenfalls reich mit manuelinischen Motiven, einer Jungfrau mit dem Kinde und alttestamentarischen Propheten geschmückt ist.

 

Das manuelinische Längsschiff ist durch einen großen Bogen mit der romanischen Apsis verbunden. Ehemals vorhandenes manuelinisches Chorgestühl wurde durch Napoleonische Truppen im frühen 19. Jahrhundert zerstört.

 

Kreuzgänge

Insgesamt gibt es acht Kreuzgänge die zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert angelegt wurden.

 

Beispielhaft seien hier genannt:

 

* Claustro da Lavagem: Zweigeschossiger gothischer Kreuzgang, entstanden um 1433 unter Heinrich dem Seefahrer.

 

* Claustro do Cemitério: Ebenfalls entstanden zu Zeiten Heinrichs. Hier wurden die Ritter und Mönche des Klosters bestattet. Hier ruhen unter anderem in einem manuelinischen Grabmal (um 1523) die Gebeine Diogo da Gamas, Bruder Vasco da Gamas.

 

* Claustro de Santa Bárbara: Während des 16. Jahrhunderts im manuelinischen Stil errichtet.

 

* Claustro dos Filipes: Ein zweigeschossiger Kreuzgang mit prächtigem Barockbrunnen. Im zweiten Stock soll 1580 der spanische König Philipp II. zum König von Portugal gekrönt worden sein.

 

* Claustro de D. João III: Begonnen unter Johann III. und fertiggestellt unter Philipp I. Zunächst geplant von dem spanischen Architekten Diogo de Torralva im Jahre 1557, wurde das Bauwerk durch den Architekten Philipps, dem Italiener Filippo Terzi, beendet.

 

Dieser zweigeschossige Kreuzgang verbindet das Dormitorium mit der Kirche. Er zählt zu den wichtigsten Beispielen des Manierismus in Portugal. Die Geschosse werden durch elegante Wendeltreppenaufgänge an den Ecken des Kreuzgangs verbunden.

 

 

 

Gastria

Gastria ist die Ruine einer Templerburg in Kalecık auf Zypern.

Sie liegt auf einem Felsenvorsprung am nördlichen Rand der Bucht von Famagusta.

 

Geschichte

1210 etablierten sich die Templer in Gastria.

1279 zerstörte König Hugo III. sämtliche Templerbauten wegen ihrer Unterstützung für Karl von Anjou.

 

Gastria Ruine
Gastria Ruine

1312 oder 1313 übernahmen die Johanniter die Burg, nachdem der Templerorden aufgelöst worden war. Unter den Ruinen der Johanniterburg fand man Mauerreste, die man der älteren Templerbefestigung zuschreibt.

 

Anlage

Von der einstigen Burganlage sind heute nur noch spärliche Reste erhalten.

 

 

 

Hof Iben

Hof Iben ist eine ehemalige Wasserburg und Templerkommende bei Fürfeld im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Seine Kapelle gehört zu den frühesten Bauwerken der Hochgotik in Deutschland.

 

Geschichte

1258 wird Iben erstmals erwähnt als Niederlassung des Templerordens. Nach dessen Auflösung fiel die Burg 1312 an die Raugrafen von Altenbaumburg und 1362 an die Marschälle von Waldeck, die sie bis zu ihrem Aussterben 1588 behielten.

Lageplan
Lageplan

Nach der Französischen Revolution ging die Burg in bäuerlichen Besitz über. Die Kapelle ist seit 1870 in Staatsbesitz (Großherzogtum Hessen-Darmstadt, heute Land Rheinland-Pfalz).

 

Anlage

Die bestehenden Hofgebäude geben nur noch ein ungefähres Bild der Ausdehnung der ehemaligen Wasserburg. Einzig von Bedeutung ist der um 1240 entstandene Chor der ehemaligen Burgkapelle. Ihm schloss sich ursprünglich ein romanisches Langhaus an, das im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde.

Der kreuzrippengewölbte 5/8-Chor hat einen achteckigen Dachreiter mit steinernem Spitzhelm. Das Maßwerk der Fenster, die Profilierung der Rippen und Scheidbögen und nicht zuletzt die Blattkapitelle legen eine Zuschreibung an die auch am Westlettner des Mainzer Domes beteiligte Naumburger Dombauhütte nahe.

Neben der Marburger Elisabethkirche und der Trierer Liebfrauenkirche gehört die Burgkapelle von Iben zu den frühesten Zeugnissen der französischen Kathedralgotik im deutschen Sprachraum. Das Auftreten an einem vergleichsweise unbedeutenden Ort erklärt sich durch die Tatsache, dass die Templer die Bauherren waren.

 

 

 

Quellen: Staatliche Burgen und Schlösser in Rheinland-Pfalz, Mainz 1980

 

Moritzbrunn

Moritzbrunn ist ein Gutshof bei Ochsenfeld, Gemeinde Adelschlag, im Landkreis Eichstätt im Naturpark Altmühltal, eine ehemalige Templerkomturei.

 

Lage

Der Gutshof liegt inmitten von Feldern etwa vier Kilometer südlich von Eichstätt an der Straße Adelschlag – Ochsenfeld. Ca. 500 Meter nördlich von ihm führt die Bahntrasse Ingolstadt – Treuchtlingen vorbei.

Geschichte

Ursprünglich hieß der Gutshof „Mousprunnen“ (1182) oder „Moosprunn“ (1315) oder „Mo(o)sbrunn/Mossbrunn“ (bis 1545), von althochdeutsch „mos“ = Sumpfland. Erstmals ist er unter dem Eichstätter Bischof Egelolf (reg. 1177-82) 1182 genannt. Hier saß das Geschlecht der "Mosprunner", das nach Weißenburg übersiedelte.

Spätestens ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bestand hier eine Komturei des Templerordens: 1251 teilten sich die hiesigen Templer mit dem Benediktinerkloster St. Mang (Füssen) Besitzungen im schwäbischen Dietleried (Gemeinde Sachsenried), verwaltet von dem Prokurator Konrad in Moosbrunn; 1289 wurde dieses Gut von Wildgraf Friedrich, dem Tempelherrenmeister in Deutschland und im Slavenland, an das Prämonstratenserstift Steingaden verkauft.

 

Noch im 13. Jahrhundert errichtete sich die Komturei Moosbrunn eine Kirche. In Eichstätt hatte die Komturei vor der Brücke beim Heilig-Geist-Spital einen eigenen, den „Moosprunner Hof“ (1342 im Besitz des Spitals, 1345 des Klosters Rebdorf).

 

Besitzungen der Komturei lassen sich auch in Teisingen bei Neumarkt-St.Veit, Wittenfeld, Meilenhofen, Pietenfeld, Hessenlohe und Leisacker nachweisen; Adelheid von Wellheim, deren Mann dem Templerorden beigetreten war, erhielt ihren Besitz in Wittenfeld und Meilenhofen vom Templerorden 1308 oder 1311 zurück.

 

Nach Aufhebung des Templerordens auf dem Konzil von Vienne (1312) kam die Komturei am 29. Oktober 1315 unter dem Johanniterbruder Albert von Katzenstein an den Johanniterorden, wurde aber schon sieben Jahre später, am 14. Juni 1322, vom Eichstätter Bischof Marquard I. von Hagel (reg. 1322-24) aufgekauft. 1455 übergab ihn der Lehensmann Hans von Buttendorf an das Heilig-Geist-Spital in Eichstätt.

 

Um 1540 brannte der Hof mit der Kirche nieder und wurde 1545 durch Bischof Moritz von Hutten (reg. 1539–52) für das Hochstift Eichstätt erworben und neu erbaut; seitdem heißt der Hof nach ihm Moritzbrunn.

 

1741 baute der fürstbischöfliche Hofmaurermeister Giovanni Domenico Barbieri neue Stallungen und an der Kirche, 1746 neue Ställe und Scheunen. Vielleicht wurde bereits in dieser Zeit in das „Herrenhaus“ die Westfassade der frühgotischen Kirche miteingebaut.

 

Nach der Säkularisation 1802–06 kam der Hof an das fürstliche Haus von Thurn und Taxis, 1817 an den Herzog Eugen von Leuchtenberg und 1855 an den bayerischen Staat. 1855 wurde der Hof versteigert und 1875 vom Fürsten von Hohenlohe-Langenburg aufgekauft, der das Anwesen ein Jahr später an Georg Puth verpachtete.

 

Karl Puth kaufte den Gutshof 1903.

 

Der nahe „Tempelhof“ war wahrscheinlich in Besitz der Komturei Moosbrunn.

 

Ehemalige Kirche

Die frühgotische Kirche ist heute profaniert und mit einer Zwischendecke unterteilt; aus der Erbauungszeit ist noch eine Sakramentsnische vorhanden. 1480 hatte die „in den Kriegen verwüstete“ Kirche ein Liebfrauenpatrozinium und wurde vom Spitalmeister in Eichstätt versehen.

 

Am 23. September 1545 weihte Moritz von Hutten die Kirche von neuem, und zwar seinem Namenspatron, dem hl. Mauritius. Der Turmabschluß mit Mansardhelm wurde in der Barockzeit 1740 von Giovanni Domenico Barbieri vermutlich nach Plänen von Gabriel de Gabrieli gebaut.

 

Ein ehemaliger Seitenaltar mit einer Gnadenstuhl-Darstellung, vom Bildhauer Loy Hering geschaffen und 1548 aufgestellt, befindet sich seit 1884 im Bayerischen Nationalmuseum München.

 

 

 

Safed

Safed (hebräisch צפת/ Tzefat, arabisch صفد/ Safad) ist eine Stadt in Galiläa im Nordbezirk Israels. Im Jahr 2003 hatte sie knapp 26.600 Einwohner.

 

Bedeutung erlangte Safed als ein wichtiger Ort jüdischer Gelehrsamkeit. Safed, das ein Zentrum kabbalistischer Mystik war, gilt neben Jerusalem, Tiberias und Hebron als „heilige“ jüdische Stadt.

Geschichte

Nach dem Ersten Kreuzzug errichteten die Kreuzfahrer hier im Jahr 1102 eine Burg. Diese wurde von Saladin belagert und ihm am 6. Dezember 1188 gegen freien Abzug der Garnison nach Tyros übergeben. Nach dem Kreuzzug Theobalds von Champagne erneuerten französische Templer 1240 die Burg, die aber 1266 endgültig von den Muslimen erobert wurde. Sie machten Safed zur Hauptstadt des nördlichen Galiläa. Im 16. Jahrhundert wurde Safed unter osmanischer Herrschaft zur „jüdischen“ Stadt.

 

Um das Jahr 1550 lebten hier annähernd 10.000 Juden, von denen viele 1492 aus Spanien geflohen waren. Viele berühmte jüdische Gelehrte, unter ihnen die bedeutenden Rabbinen Josef Karo, Moses Cordovero und Isaak Luria siedelten sich hier an und festigten den Ruf Safeds als Zentrum der Kabbala. 1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei Palästinas gegründet.

 

Im 17. Jahrhundert war Safed eine der Hochburgen der messianischen Bewegung Sabbatai Zwis (Sabbatianismus). Von hier stammt eine von Sabbatai Zwis Frauen. Im 18. Jahrhundert ging die Zahl der jüdischen Bevölkerung zurück, die ihren Tiefststand während der britischen Mandatszeit erreichte.

 

Zur Zeit des Israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1948 lebten in Safed 12.000 Araber und 1.700 Juden. Im Mai 1948 floh die arabische Bevölkerung aus der Stadt.

 

Seitdem ist Safed eine rein jüdische Stadt. Nach der Gründung des Staates Israel hatte Safed den Status einer Entwicklungsstadt. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist heute wegen des historischen Erbes und wegen der Höhenlage (um 800 m ü. NN) der Tourismus.

Im Zuge der Israel-Libanon-Krise 2006 schlugen auch in Safed Katjuscha-Raketen ein, die die Hisbollah-Miliz im Südlibanon abgefeuert hatte. Unter anderem wurden ein Krankenhaus und eine Schokoladenfabrik getroffen.