Templerburgen / Gebäude / Orte, Teil 3

 

 

Kreuzfahrerburgen

Margat

Die Burg Margat (arabisch قلعة المرقب Qalaʿat al-Marqab) ist eine Burgruine in Syrien in der Provinz Tartus. Sie war eine wichtige Kreuzfahrerfestung. Neben dem Krak des Chevaliers ist sie die besterhaltene Burg in Syrien.

Geschichte

Die Burg Margat befindet sich an einer Stelle, an der das Gebirgsmassiv Djebel al Ansariye bis fast an die Küste heranreicht. Sie beherrschte die Küstenstraße von Tartus nach Latakia und bewachte die Flanke des Fürstentums Antiochia zur Grafschaft Tripolis.

 

Die muslimische Enklave der Assassinen lag in unmittelbarer Nähe.

 

Eine erste Burg wurde 1062 von einem ansässigen Grundherrn errichtet. 1104 eroberte sie der byzantinische Admiral Kantakuzenos bei einer Militärexpedition. 1116 übergab der damalige Burgherr Ibn Muhriz die Burg im Tausch an den Fürsten Roger von Antiochia. Renaud Masoier, ein wichtiger Parteigänger des Fürsten, erhielt die Burg als Lehen.

 

Er begann eine gewaltige Burg auf dem Basaltberg zu errichten. 1133 bis 1140 geriet die Anlage während der Auseinandersetzungen zwischen den Kreuzfahrerstaaten Antiochia und Tripolis vorübergehend wieder in muslimische Hand. 1140 konnte sich Renaud II. Masoier (Baron Reinald Mansoer II.) aber wieder in ihren Besitz setzen. 1157, 1170 und 1186 erlitt die Burg umfangreiche Schäden durch Erdbeben.

 

Obwohl Renaud II. über umfangreiche Besitzungen verfügte, überstiegen die Kosten für die Unterhaltung der Burg und der Besatzung seine finanziellen Mittel. Er musste seinen Besitz Stück für Stück an den Johanniterorden veräußern. Nach seinem Tod 1185 verkaufte sein Sohn Bertrand die Burg schließlich am 1. Februar 1186 gegen eine jährliche Rente von 2.000 Goldbyzantinern an den Johanniterorden.

 

Der Orden, auf der Höhe seiner Macht, setzte die Burg schnell wieder in den Verteidigungszustand. Als nach der Schlacht bei Hattin Sultan Saladin unmittelbar an der Burg vorbeizog, griff er sie nicht an. In den Jahren bis ca. 1205 wurde die bis heute erhaltene mächtige Festung errichtet.

 

Sie galt als Hauptsitz des Johanniterordens und war Ausgangspunkt von vielen Militäroparationen zu Beginn des 13. Jh. Angriffe ihrer Gegner konnte sie jeweils abweisen. Um 1205 wurde ein Generalkapitel des Ordens auf der Burg abgehalten.

 

Mitte des 13. Jh. hatte sich die Situation geändert. Dem militärischen Druck des Mameluckensultans Baibars waren die Kreuzfahrerstaaten immer weniger gewachsen. Immer größere Teile des Territoriums gerieten in mameluckische Hand. 1269 und 1270 konnten zwei Belagerungen durch Baibars Truppen noch abgewehrt werden.

1281 wurde der Mameluckenführer Balban al Tabbakhi beauftragt, Margat zu erobern. Das 7.000 Mann zählende Heer konnte wiederum abgewiesen werden.

 

Am 17. April 1285 erschien Sultan Qalawun, der Nachfolger Baibars, erneut mit einem mameluckischen Heer vor Margat. Die Festung hielt dem Beschuss durch Wurfmaschinen fünf Wochen lang stand. Die Unterminierung der Mauern und Türme veranlasste die Verteidiger dann aber letztendlich zur Kapitulation.

 

Nach dem Einsturz des so genannten Sporns, des südlichen Vorwerks des Donjons, am 23. Mai 1285 kapitulierten sie. Der Überlieferung zufolge hatte Qalaun den Johannitern die schon fertigen Minierungsstollen gezeigt und sie so von der Sinnlosigkeit einer weiteren Verteidigung überzeugt.

 

Nach der Eroberung beseitigte man schnell die Beschädigungen der Belagerung. Aufgrund ihrer strategischen Lage blieb die Festung sowohl in mameluckischer als auch in osmanischer Zeit eine der wichtigsten Anlagen des Landes. Bis ins 20. Jh. lag hier eine kleine türkische Garnison.

 

 

 

Montreal

Montreal arabisch: al-Schawbak ( الشوبك ), ist eine ehemalige Burg der Kreuzritter in "Idumäa" (Edom) südöstlich des Toten Meeres im heutigen Jordanien.

 

Lage

Die Ruinen der Höhenburg liegen auf einem kegelförmigen Berg über der Ebene von Edom an der Pilger- und Karawanenstraße von Syrien nach Arabien. Der wichtige Handelsweg führte an dieser Stelle vom Toten Meer zur Arava-Senke und von dort weiter nach Akaba am Roten Meer.

 

Geschichte

Die Burg wurde 1115 von Balduin I. von Jerusalem als erste Burg östlich des Jordans und des Toten Meers errichtet. Anlass war ein Feldzug, bei dem er 1116 Akaba eroberte. Die günstige Lage der Burg erlaubte es Balduin, die Wirtschaft der Gegend zu kontrollieren, da Pilger und Händler eine Erlaubnis brauchten, die Straße zu benutzen.

 

Die Burg war von relativ fruchtbarem Land umgeben, was die Versorgung ihrer Besatzung erleichterte. Zudem wurden zwei Zisternen gegraben und mit langen und steilen Treppen versehen, die bis zu Quellen innerhalb des Berges führten.

 

Montreal blieb Eigentum der herrschenden Familie des Königreichs Jerusalem bis 1142, als es Teil der Herrschaft Oultrejordain wurde. Zur gleichen Zeit wurde das Zentrum der Herrschaft nach Kerak verlegt, einer stärkeren Festung nördlich von Montreal. Montreal und Kerak hatten dem Königreich sechzig Ritter zu stellen.

 

Montreal war im Besitz von Philipp von Milly und ging an Rainald von Chatillon über, als dieser Stephanie von Milly heiratete. Rainald nutzte die Burg, um die reichen Karawanen anzugreifen, die bisher die Straße ohne Schaden zu nehmen passieren konnten.

 

Auch ließ er hier Schiffe bauen, die er über Land ans Rote Meer transportieren ließ, um Mekka anzugreifen.

 

Für den Ayyubiden-Sultan Saladin war dieses Verhalten nicht mehr tolerierbar, so dass er das Königreich 1187 angriff, Jerusalem eroberte und im gleichen Jahr auch Montreal belagerte.

 

Den Verteidigern wird nachgesagt, während der Belagerung ihre Frauen und Kinder für Nahrung verkauft zu haben, und dass sie aus Mangel an Salz blind geworden seien.

 

Wegen des Hügels konnte Saladin keine Belagerungsmaschinen einsetzen, so dass er zwei Jahre benötigte, bis die Burg im Mai 1189 endlich fiel.

 

Anlage

Die gesamte Anlage ist beachtlich und bot einer großen Anzahl von Menschen Platz. Der kurze Zeitraum, den König Balduin 1115 benötigte, um hier eine Burg zu "errichten", spricht dafür, dass man zunächst ältere Ruinen nutzte - möglicherweise solche der Nabatäer, deren frühere Hauptstadt Petra im nahen Bergland von Edom lag und wo später zwei Außenposten von Montreal errichtet wurden.

 

In diesem Fall hätte er erst in den folgenden Jahren mit dem eigentlichen Bau der großen Burg begonnen. Genaueres ist darüber nicht bekannt.

 

Von der Kreuzritterburg Montreal blieben umfangreiche Reste erhalten, die allerdings bis vor wenigen Jahren weitgehend unter Schutt und jüngerer Bebauung verschwunden waren.

 

Besonders beachtenswert sind die Ruinen einer dreischiffigen Kirche (im Osten der Kernanlage) sowie einer kleineren, schlichten Kapelle (im Südosten am Burgeingang).

 

Schriftliche Quellen sowie der Baubefund zeigen, dass die Kreuzritterburg des 12. Jahrhunderts über drei (!) Mauerringe verfügte, von denen zwei inzwischen gut erkennbar sind.

 

Während am äußeren Mauerring rechteckige Türme mit Schießscharten liegen, waren am 2. inneren Mauerring nur flach vortretende Mauerrisalite vorhanden.

 

Wie der dritte Mauerring aussah, ist derzeit noch nicht ganz klar, es könnte sich um den großen Torzwinger im Süden handeln oder um eine noch nicht näher bekannte Anlage im Inneren der Burg.

 

Die Ayyubiden errichteten im Norden der Kernanlage einen Palast, der in weiten Teilen erhalten ist und bereits das Ziel archäologischer Untersuchungen wurde. Die Mameluken haben die Burg Ende des 13. Jahrhunderts weiter ausgebaut. Insbesondere die großen rechteckigen Türme an der äußeren Ringmauer stammen aus dieser Bauphase.

 

 

Derzeit werden in Shobaq umfangreiche Ausgrabungen und Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Leider wurde der Zustand vor den Arbeiten nur wenig dokumentiert.

 

 

 

Toron

Toron, heute Qal′at Tibnin, war eine wichtige Burg der Kreuzfahrer im südlichen Libanon. Sie wurde von Hugo von Falkenberg 1105 in den Bergen an der Straße von Tyrus nach Damaskus gebaut und bald zum Mittelpunkt der Herrschaft Toron, einer Seigneurie im Königreich Jerusalem, die zu den Vasallen des Fürstentums Galiläa gehörte.

 

Nach dem Tod Hugos 1107 ging die Burg vor 1109 an Humfried I. von Toron, dem Begründer eines einflussreichen Herrschaftsgeschlechts, der sie seinen Nachfolgern, Humfried II. von Toron und Humfried IV. von Toron vererbte. Toron blieb im Besitz der Kreuzritter bis 1187, als Saladin die Burg nach der Schlacht bei Hattin und im Verlauf der folgenden Zerstörung der Kreuzfahrerstaaten eroberte.

Zehn Jahre später, im November 1197 wurde Toron während des Kreuzzugs Kaiser Heinrichs VI. von deutschen Kreuzfahrern belagert. Die Burg wäre gefallen, wenn die muslimische Garnison nicht von den französischen Herren von Akkon davor gewarnt worden wäre, sich zu ergeben: den Deutschen sei nicht zu trauen, sie würden nach der Kapitulation trotz aller Zusagen doch getötet.

 

Dies motivierte die Garnison durchzuhalten, bis Entsatz aus Ägypten kam bzw. die deutschen Kreuzfahrer die Belagerung aufgaben.

Toron wurde 1219 von Sultan al-Mu'azzam geschleift, ebenso wie die Verteidigungsanlagen von Jerusalem und die Burgen Safed und Banyas. Grund dafür war der Fünfte Kreuzzug, bei dem Damiette im Nildelta erobert wurde und der nun Kairo bedrohte: die Burgen und Jerusalem waren als Tauschobjekte vorgesehen, und Al-Mu'azzam wollte keine stark befestigten Anlagen den Kreuzrittern übergeben, wenn er es vermeiden konnte.

 

Obwohl der Tausch nicht zustande kam, war Al-Mu'azzams Vorsicht gerechtfertigt. 1229, zwei Jahre nach seinem Tod am 11. November 1227, erhielt Kaiser Friedrich II. Toron durch einen Vertrag mit Sultan al-Kamil zurück und übereignete sie dem Deutschen Orden, der die Burg wiederbefestigte.

 

Toron blieb nun in der Hand der Kreuzfahrer bis die Mamlukenarmee des Sultans Baibars die Burg 1266 fast kampflos in die Hand bekam.