Comino - Ein Paradies der Einsamkeit

Comino, abgeleitet von dem maltesischen Wort Kemmuna (dt. Kümmel), ist die kleinste bewohnte Insel des maltesischen Archipels. Sie gehört zum Gemeindegebiet von Għajnsielem.

 

Comino liegt zwischen den beiden größeren maltesischen Inseln Malta im Süden und Gozo im Norden in dem etwa sechs Kilometer breiten Meeresarm Il Fliegu. Die Insel ist etwa drei Quadratkilometer groß und ist ein zwischen zehn und zwanzig Meter aus dem Meer ragendes Felsplateau. Die Küste fällt fast überall steil ab und ist mit zahlreichen Höhlen durchsetzt.

 

Die Bebauung der Insel besteht aus einem 95-Zimmer-Hotel, einer Polizeistation, einer kleinen Kirche, dem Santa Marija Tower und einer ehemaligen Quarantänestation, in der die drei ständigen Bewohner Cominos leben. Der Tower wird heute durch die maltesischen Streitkräfte genutzt. Verwaltungsmäßig gehört die Insel zur Gemeinde Għajnsielem, die sich im Südosten von Gozo befindet.

 

Das Hotel betreibt in der Saison einen Fährservice zu den Häfen in Mġarr auf Gozo und Ċirkewwa auf Malta. Die Insel ist auch Ziel von Ausflugsdampfern, die während des Sommers in Sliema ablegen.

 

Eine Schweinefarm befindet sich am anderen Ende der Insel. In den 1990er Jahren wurden aus Schweden per Flugzeug angelieferte Schweine per Hubschrauber aus veterinär-technischen Gründen direkt dahin weitergeflogen.

 

Die Vegetation auf Comino ist spärlich. Nur hin und wieder trifft man auf kleinwüchsige Aleppokiefern und Oleanderbüsche. Nur die Agaven und Feigenkakteen erreichen normale Ausmaße. Nach einem feuchten Winter kann der Boden reichlich mit Heidekraut, Thymian und verschiedenen Hartgräsern bedeckt sein. Weiterhin ist Comino auch ein Zufluchtsort für Vögel.

 

 

Geschichte 

Im Altertum wurde die Insel auch mit „Ephästia“ bezeichnet. Comino war bereits zur Bronzezeit besiedelt, Gräber aus der punisch-phönizischen Epoche wurden an der Westküste gefunden. Im Mittelalter lebten zeitweise bis zu 200 Menschen auf der Insel und man baute Kümmel an, der der Insel ihren Namen gab. In dieser Zeit war Comino auch Stützpunkt von Piraten, die an der höhlenreichen Küste günstige Schlupfwinkel fanden.

 

Sie wurden Anfang des 17. Jahrhunderts von den Johannitern vertrieben. Ihr Großmeister Alof de Wignacourt ließ 1618 durch den Festungsbauer Vittorio Cassar einen Wachturm errichten, der heute als Santa Marija Tower bezeichnet wird. Zur Abwehr gegen die Türken wurde er mit 130 Soldaten besetzt und mit 18 Kanonen bestückt.

 

Im 16. und 17. Jahrhundert diente Comino als Gefängnisinsel. Von 1814 an waren die Briten Herren des maltesischen Archipels. Sie richten auf Comino eine Quarantänestation für Seeleute ein.

 

Sehenswürdigkeiten 

Der Santa Marija Tower ist 70 m über dem Meeresspiegel gelegen, 12 m hoch und dient als Aussichtspunkt mit Blick auf Malta und die „Blaue Lagune“. Bereits 1416 ersuchte die maltesische Bevölkerung ihren damaligen König Alfons V. von Aragonien, einen Turm zu bauen, um ein Vorwarnsystem für den Fall einer Invasion von plündernden Türken, Piraten oder Schmugglern zu haben. Zwei Jahre später erhob der König eine Sondersteuer auf importierten Wein, um das Projekt zu finanzieren.

Die Gelder wanderten jedoch in seine eigene Tasche und die Insel blieb weitere 200 Jahre unverteidigt. 1618 wurde der Turm endlich von den Maltesern unter Alof de Wignacourt mit quadratischem Grundriss an der Südostseite der Insel errichtet. Bevor er als Aussichtsturm diente und ab 2002 restauriert wurde, befand er sich in Besitz der maltesischen Streitkräfte.

 

Die „Santa Marija Gun Battery“ ist eine jederzeit geöffnete Verteidigungsanlage mit vier historischen Kanonen. Die „Blaue Lagune“ ist ein 120 Meter breiter Durchlass zwischen Comino und dem ihr im Westen vorgelagerten Riff namens Cominotto.

 

Hier ist das Wasser klar wie Glas und in den unterschiedlichsten Türkisvariationen gefärbt. Von dem erhöhten Ufer bietet sich dem Betrachter ein faszinierendes Naturschauspiel.

 

 

 

 

Quelle: wiki.org