MALTA IM ZEITALTER DES BAROCK

Da Malta relativ klein ist, wird das Landschaftsbild stark von den Bauten geprägt, die man auf den Inseln vorfindet. Als Baumaterial wird überwiegend Kalksandstein verwendet, dessen äußeres Erscheinungsbild ebenso wie der vorherrschende Baustil die maltesische Architektur von den anderen Ländern abhebt. Schon die Zivilisationen der Jungsteinzeit  haben 3000 v. Chr. dieses Gestein für sich entdeckt. Es gelang ihnen, riesige Steinblöcke aus dem Fels zu hauen und damit Tempel zu errichten, die zum Teil heute noch stehen. Die bekanntesten sind Ggantija, Mnajdra und Hagar Qim.

 

Nachdem die Erste Große Belagerung Maltas im Jahr 1565 siegreich überstanden war, entschlossen sich die damaligen Herren der Insel, die Ritter des Johanniterordens, eine neue Festungsstadt zu errichten, die dem Schutz des Grand Harbour und seiner Flotten dienen sollte. Die Stadt wurde „Valletta“ genannt; heute ist sie die Hauptstadt Maltas. Dominiert wurde die Stadt vom Barockstil, dessen Entwicklung damals in Rom seinen Ausgang nahm.

 

Die Hauptmerkmale dieses Stils sind großräumige Bauten mit hohen Decken und prunkvollen, in Stein gemeißelten Motiven. Der weiche Kalksandstein erlaubte den Bildhauern selbst winzige Verzierungen detailgenau in den Stein zu meißeln und war damit bestens für diesen Stil geeignet. Die katholische Kirche bediente sich ebenfalls des Barockstils, da seine Bauten Größe und Überlegenheit suggerierten. Die Barockzeit in Malta wird wegen ihrer prächtigen und prunkvollen Gebäude auch „Prunk-“ oder „Hochbarock“ genannt.

 

Der erste Barockbau in Malta, die Jesuitenkirche, wurde im Jahr 1647 nach den Plänen der Architekten Valeriano und Buonamici errichtet. Ein Juwel der frühen barocken Baukunst in Malta ist außerdem die St. John’s Co¬-Cathedral, die den Barockstil voll zur Geltung brachte. Ihr prunkvoll geschmückter Innenraum ist ein Werk von Mattia Preti. Auch andere Architekten haben den einmaligen Barockstil Maltas durch ihre Werke geprägt, etwa Caravaggio, Lorenzo Gafa’ und Francesco Zahra. Bei einem Spaziergang durch die Straßen Vallettas kann man einige der schönsten Barockbauten Maltas bewundern. Zu den prachtvollsten Exemplaren gehören dabei die Auberges, der Großmeisterpalast, Castille und verschiedene Kirchen.

 

Der Barockstil wurde von den Architekten in die kleineren Dörfer getragen - so verwandelten sich mittelalterliche Orte in Miniaturausgaben der großen Stadt Valletta. Die Pfarrkirchen ragen weit über die sie umgebenden Dächer hinaus, und die damals errichteten Häuser zeichnen sich aus durch riesige Zimmer, üppig geschmückte Treppenaufgänge, imposante Balkone und hohe Decken (ca. 3 bis 4 Meter).

 

Obwohl der barocke Baustil immer noch verwendet wird, experimentiert Malta heute ebenso mit modernen Architekturstilen, die auch in anderen europäischen Städten zu finden sind. Mitte der neunziger Jahre hat die Universität Malta das „International Institute for Baroque Studies“ (Internationales Institut für Barockstudien) eingerichtet, um diesen Stil zu am Leben zu erhalten.

 

 

 

Quelle: airmalta.com