DIE RÖMER IN MALTA

Maltas strategische Position im Mittelmeer hat Siedler von 5000 v.Chr. bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1964 angelockt. Die Römer besetzten Malta im Zweiten Punischen Krieg, als Titus Sempronius Longus die Inseln 218 v.Chr eroberte. Sie nannten Malta ‘Melite.' Die Hauptstadt war zu dieser Zeit Mdina, ebenfalls 'Melite' genannt. Mdina war zu jener Zeit größer als heute und umfasste auch das heutige Rabat. Auf den Inseln gibt es noch heute viele Gegenstände und verschiedene römische Bauwerke aus jener Zeit.

 

Eines dieser Bauwerke befindet sich wenige Meter von Mdina entfernt: das so genannte ‘Domus Romana' (auch Römische Villa oder Römisches Haus genannt). Dieses Haus aus dem ersten Jahrhundert v.Chr. gehörte wahrscheinlich einem reichen römischen Kaufmann oder einem hochrangigen Beamten.

 

Die Überreste der Villa wurden erstmals im Jahr 1881 ausgegraben. Sie wurde in ihrer ursprünglichen römischen Gestalt restauriert und in ein Museum umgewandelt. Ausgestellt sind römische Fundstücke von überall auf den maltesischen Inseln. Die Hauptattraktion der Villa ist das mit Mosaiken bedeckte, von 16 Säulen umgebene Atrium. Nur eine dieser Säulen ist allerdings original.

 

In dem Haus gibt es noch verschiedene andere Mosaik-Kunstwerke, von gleicher Qualität und Schönheit wie die in Pompeij und Sizilien gefundenen. Eines dieser Mosaiken stellt zwei auf dem Rand eines Wasserbeckens sitzende Tauben dar. Ein anderes zeigt einen kleinen Jungen, der in der einen Hand Weintrauben, in der anderen einen Granatapfel hält. Wieder ein anderes, das sich wahrscheinlich im Bereich des Haupteingangs befand, zeigt eine nackte männliche Gestalt, die von zwei Frauen gehalten wird. Die Mosaiken stammen vermutlich aus dem ersten Viertel des ersten Jahrhunderts v.Chr.

 

Bei der Erschaffung der Mosaiken wurden kleine Würfel aus Stein oder Marmor dicht nebeneinander in Zement gesetzt, und zwar nicht immer in geraden Linien. Dies verlieh dem Werk Schärfe und ließ es wie ein Gemälde aussehen. Einige der Mosaiken wurden von Künstlerwerkstätten in Kleinasien, Syrien und Ägypten importiert und dann von heimischen Künstlern vollendet.

         

Zu den Ausstellungsstücken des Römischen Museums gehören Lampen, Gläser und Goldobjekte, die den Lebensstil der Römer in Malta veranschaulichen.

 

Die Römische Villa wurde im Jahr 2002 für Renovierungsarbeiten geschlossen und 2005 wieder eröffnet. Sie wird jetzt ‘Domus Romana', also Römisches Stadthaus genannt - das Originalgebäude gehörte zur alten Stadt 'Melite.' Das Haus ist für die Öffentlichkeit von 09.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Am Karfreitag, am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar ist das Gebäude geschlossen. In der Nähe des Museums gibt es ausreichend Parkbuchten; außerdem ist es mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln erreichbar.

 

Ein weiteres wichtiges römisches Bauwerk ist ‘San Pawl Milqi’, das vor über 40 Jahren von der Missione Archeologica Italiana freigelegt wurde - ein großes landwirtschaftliches Anwesen aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert v.Chr. Das Anwesen befindet sich im Norden von Malta in der Nähe des Burmarrad Valley.

 

Nach einer gängigen Überlieferung gehörte die Villa Publius, dem Statthalter der Inseln zu der Zeit, als der Heilige Paulus etwa im Jahre 60 vor Malta Schiffbruch erlitt. Publius soll Paulus in seinem Haus willkommen geheißen haben, und so bedeutet der Name, ‘San Pawl Milqi’ nichts anderes als 'St. Paul ist willkommen.' Beweise für die Wahrheit dieser Geschichte wurden bisher ebenso wenig gefunden wie Beweise dagegen.

 

Abgesehen von seiner Bedeutung für die örtliche Religionslehre gibt San Pawl Milqi auch Aufschluss über Maltas Wirtschaft unter der Herrschaft des römischen Reichs. Man nimmt an, dass Teile des Anwesens für das Pressen von Oliven und die Ölgewinnung genutzt wurden. Diese Theorie wird durch mehrere Fundstücke gestützt: eine Olivenpresse und große rechteckige Steinblöcke, in denen wahrscheinlich die hölzernen Olivenpressen untergebracht waren.

 

Oliven waren in jener Zeit für die maltesische Wirtschaft von großer Bedeutung, weshalb der Anbau von Olivenbäumen weit verbreitet war. Olivenöl war ein wertvoller Artikel - Homer nannte es 'flüssiges Gold.' Man schrieb ihm heilende und magische Kräfte zu; gleichzeitig war es ein Symbol für Wohlstand und Macht. Der Olivenbaum selbst war ein Sinnbild für Reichtum, Ruhm und Frieden. Er wurde in allen Ländern unter römischer Herrschaft angebaut.

 

In der Villa von San Pawl Milqi befinden sich auch einige schöne Wandgemälde. Die Missione Archeologica Italiana stellt zurzeit weitere Untersuchungen zur Erforschung und Bewahrung des Anwesens an.

 

 

 

Quelle: airmalta.com