Malta at War Museum

 

 

MALTA  IM  KRIEG

Eingang zum Museum
Eingang zum Museum

Malta at War Museum

 

MALTA  IM  KRIEG

 

 

 

Das offene Viereck innerhalb der Befestigung –- Couvre Porte -- „Geschütztes Tor“ --  ist von einer Anzahl von Räumen umgeben, in denen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges einen Polizeistation, das Büro des ARP ( Luftschutzzentrale ), die Büros der örtlichen Medizinal- und Gesundheitsverwaltung und der Trümmerräumung untergebracht waren.

 

Die Arbeiten zum Couvre Porte –- Luftschutzkeller begannen bereits Anfang 1940.

Es war beabsichtigt, dass dieser Bunker unterirdische Räume erhalten sollte, damit die oben erwähnten Verwaltungen ihre Arbeit für die Bevölkerung der  „Drei Städte“, Vittoriosa ( Birgu ), Senglea und Cospicua fortsetzen konnten.

 

Der Bunkerkomplex bestand aus roh in den Felsen gehauene Räumen entlang des Festungsgrabens. Dieser Verwaltungskomplex wurde ergänzt durch Unterkünfte für die Bediensteten der Regierung und ihren Familien. Die Medizinal- und Gesundheitsverwaltung unterhielt auch eine Sanitätsstation; 1942 wurde ihr eine Entbindungsstation angegliedert.

Da geht's runter
Da geht's runter
Hinweise zum beachten
Hinweise zum beachten
Helmpflicht...besser ist das, hab meine Erfahrung dort gemacht
Helmpflicht...besser ist das, hab meine Erfahrung dort gemacht

In den Bunker gelangte man entweder durch den Festungsgraben oder durch den Raum, der als Polizeistation dienen sollte. Diese Eingänge dienten zugleich als Ausgänge. Die Zugänge in Festungsgrabenhöhe konnten über Coronation Gardens erreicht werden. Dort entwickelte sich während des Krieges ein Dorf von Behelfsunterkünften, in denen bombengeschädigte Bewohner sich eingerichtet hatten.

Eine Treppe, die unterhalb der Polizeistation aus dem Fels gehauen wurde, führte in den Bunker. Diese Stufen waren durch eine schwere Betondecke überdacht. Diese sorgte dafür, dass die Stufen unter Tonnen von Geröll nicht verschüttet werden konnten, falls das darüber liegende Gebäude von Bomben getroffen würde.

Außerdem war der Eingang durch eine Gasschleuse gesichert. Diese schützte den Bunker vor dem eindringen giftiger Gase im Falle eines Gasangriffs. Die Zugangspunkte auf Grabenniveau waren ebenfalls durch Gasschleusen und Verkleidungen gesichert. Außerdem waren sie alle mit Schutzwällen ausgestattet, die dazu dienten, den Luftdruck von einer in der Nähe explodierenden Bomben aufzufangen.

 

Im weiteren Verlauf des Krieges wurden die im Bunker befindlichen Dienststellen mit dem Unterkunftsbereich verbunden, dieser Prozess hat sich offenbar über längere Zeit hingezogen, erkennbar an dem Labyrinth von Räumen, die aus dem Fels gehauen und immer wieder neu verwinkelte Gänge miteinander verbunden wurden.

Beleuchtung in den Wänden
Beleuchtung in den Wänden
So sieht das ganze im Original aus.
So sieht das ganze im Original aus.
Erklärung der einzelnen Bunkerabschnitte
Erklärung der einzelnen Bunkerabschnitte

Das Heraushauen eines Raumes in diesem Bunker unterschied sich in keiner Weise von den traditionellen Methoden, die maltesische Bauleute in alten Zeiten anwandten.

 

Zuerst wurden zwei vertikale Kanäle in den Fels geschlagen, zwischen denen ein großes Felsstück stehen blieb, dieses wurde dann in großen Stücken mit Vorschlaghämmern abgebrochen.

Ganze Familien, einschließlich Frauen und Kinder, so ist überliefert, haben diese Arbeiten verrichtet, Fels ausgeschlagen, den Abraum entfernt und an der Oberfläche geglättet.

 

Überfüllung, Mangel an sanitären Einrichtungen und schlechte Ventilation bewirkten, dass die Luft in den Bunkern stets schlecht und ungesund war, Privatsphäre existierte überhaupt nicht.

Nur wohlhabende Familien  gelang es, ein Eckchen für sich zu erhalten und es soweit möglich mit selbstgefertigten Türen und Vorhängen abzudecken.

Jeder verfügbare Platz im raum wurde in irgendeiner Weise genutzt, die Glücklicheren schliefen auf, in der Mauer verankerte Liegeplätzen, andere Nacht für Nacht auf dem blanken und kalten Boden.

 

Der Bunker war zum Teil durch elektrische Birnen beleuchtet, häufig fiel die Elektrizitätsversorgung allerdings durch Luftangriffe aus. Deshalb war es nötig, für alternative Beleuchtung zu sorgen.

 

Blick in einen anderen Stollen
Blick in einen anderen Stollen
Karge Einrichtung, das Klo immer unter dem Bett, weißer Eimer mit Deckel
Karge Einrichtung, das Klo immer unter dem Bett, weißer Eimer mit Deckel
Bereich für die etwas wohlhabenden Personen / Familien
Bereich für die etwas wohlhabenden Personen / Familien
Einfachste Unterbringung
Einfachste Unterbringung
Es war feucht und stickig, die Decken teilweise sehr niedrig
Es war feucht und stickig, die Decken teilweise sehr niedrig

Die Hauptgänge des Bunkers waren mit aus dem Fels gehauenen Lichtnischen ausgestattet. Diese  konnten mit Kerzen bestückt werden, doch Kerzen waren im belagerten Malta bald eine Rarität.

Eine uralte und einfache Beleuchtungsart wurde daher wieder eingeführt: kleine runde vertiefungen wurden aus der Fensterbank der Lichtnischen ausgehöhlt, mit Wasser gefüllt, auf dessen Spiegel wurde Olivenöl wie ein Film aufgetragen.

Ein kleiner im Kork befestigter Docht konnte auf der Oberfläche schwimmen und nahm das Öl auf, eine solche Öllampe ermöglichte für lange Zeit die Beleuchtung.

 

Dieses Beleuchtungssystem wurde von den Einheimischen „NICHU“ genannt und während des Krieges eingeführt, als alle Arten von Brennstoff sehr knapp und deshalb rationiert waren.

 

Das Leben im Luftschutzbunker war sicher, aber absolut nicht komfortabel, da die Bunker tief im Felsen lagen, waren sie das ganze Jahr hindurch kalt und feucht.

Während der Regenzeit, sickerte das Regenwasser durch den porösen Fels und erreichte manchmal Kniehöhe.

 

Bunkerwarte, die auch für private Luftschutzkeller verantwortlich waren, bemühten sich um ein Höchstmaß an Sauberkeit, aber, bedingt durch den Mangel an persönlicher Hygiene und Überfüllung, brachen Krankheiten wie die Krätze aus, Durchfall und Tuberkulose waren ebenso an der Tagesordnung wie Mangelernährung, Stress und Schlafmangel.

 

Zwischen den Angriffen, tagsüber, wurden die Bunker selten benutzt, doch viele Menschen schliefen nachts hier, teils, weil sie ausgebombt waren, teils auch einfach vorsorglich, um im Falle eines Angriffs in Sicherheit zu sein.

Entbindungsstation
Entbindungsstation
Entbindungsstation
Entbindungsstation
Die Anlage von draußen
Die Anlage von draußen

 

 

FWA –- Malta Heritage Trust --

 

FWA –- Malta Heritage Trust --  Hüter von Maltas historischen Erbe, sieht in der Kriegsvergangenheit einen bedeutsamen Abschnitt der Geschichte.

Erhaltene Zeugnisse aus dieser Zeit sind wichtig und verdienen den Schutz. Die vielen Kriegsbunker auf der Insel sind ein zwar kleiner, aber wichtiger Teil dieses Erbes.

FWA ist bemüht, diese Bauwerke der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

 

Im Fall des Couvre Porte – Bunkers, der Eigentum der Gemeinde Vittoriosa ist, konnte FWA mit der Gemeinde und dem Tourismus Ministerium vereinbaren, den Bunker zu restaurieren und zu einer touristischen Attraktion für die Öffentlichkeit zu machen.

 

In der Weiterentwicklung des Projekts sollen zwei der oberen Räume sowohl Eingang zum Bunker, als auch als ein kleines Museum  der Heimatfront dienen.

Dort werden persönliche Erlebnisse einfacher Menschen und allgemeine Erfahrungen der Belagerung präsentiert.

 

 

 

 

Quelle:  www.wirtartna.org