Alle Gemeinden auf Gozo

 

von A bis Z

Fontana

 

Fontana (oder Il-Fontana) ist ein Dorf im Zentrum der Insel Gozo der Republik Malta. Es leben dort 846 Einwohner.

 

Fontana ist ein Vorort von Victoria Rabat an der Straße von Rabat nach Xlendi.

 

Die Einwohner nennen ihr Dorf "Triq tal-Għajn" (dt. Quellenstraße).

Dieser Name rührt von einer Quelle (it.: fontana) an der Straße nach Xlendi her, die als "Il-Għajn il-Kbira" (dt.: Große Quellen) bekannt ist.

 

Im 16. Jahrhundert wurde eine Quellfassung mit Bogengängen als Waschplatz für die Bewohner errichtet

Die Kirche des Ortes wurde zwischen 1892 und 1904 errichtet. Sie ist dem Herzen Jesu geweiht, zu dessen Ehre auch das jährliche Dorffest um die dritte Juniwoche gefeiert wird.

Għajnsielem

 

Għajnsielem ist eine Gemeinde im südöstlichen Teil der maltesischen Insel Gozo. Sie hat 2580 Einwohner.

 

Teil dieser Gemeinde ist auch der wichtigste Hafen von Gozo, Mġarr, von dem die Fähren zur Hauptinsel Malta ablegen (nicht zu verwechseln mit dem Ort Mġarr auf der Hauptinsel Malta).

Die Inseln Comino und Cominotto (malt.: Kemmuna, Kemmunett) in der Meerenge zwischen den Inseln Malta und Gozo gehören ebenfalls zum Gemeindegebiet.

 

 

Archäologische Funde

Għajnsielem ist ein Siedlungsplatz der maltesischen Tempelkultur auf der Insel Gozo. Er liegt westlich der Gabelung der Hauptstraßen Triq il-Qala und Triq l-Imġarr die von Mġarr und Fort Chambray kommend über Għajnsielem in Richtung Xewkija führen.

 

Im Jahre 1988 gelang hier der spektakuläre Fund einer differenzierten Siedlungsarchitektur. Die Ausgräber fanden zwei Baustrukturen, die aus in den anstehenden Felsen eingetieften Mulden bestehen. Die umlaufenden, jedoch nicht vollständig erhaltenen Felsgrate einer ovalen und einer runden Struktur trugen noch die Reste des originalen Mauerwerks aus Lehmziegeln. Zwischen beiden fanden sich die Reste eines Lehmziegelpfeilers.

 

Die Strukturen gehören in die Ġgantija-Phase der Tempelkultur, als der Bau von Steintempel bereits voll entwickelt war.

 

Die Lehmziegelbauten von Għajnsielem zeigen wie jene von Skorba den Zusammenhang zwischen dieser, dem Zweck nach unbekannten Architektur und der Tempelbaukunst (kurvierte Grundrisse, Verzicht auf Fundamente - stattdessen Herrichtung von Felsmulden als Baugrund, Böden aus Torba (verschlämmte Masse) mit kleinsteiniger Unterfütterung).

 

 

Das Oval

Die größere, ovale Struktur mit 8 m Länge und 5 m Breite ist ca. 0,4 m in den Felsen eingetieft, der umlaufende Felsgrat ist ca. 0,3 m breit. Die Mulde war mit Steinsplitt unterfüttert, der drei Schichten Torbaböden trug.

 

Im Zentrum der Struktur lag ein bis zur Höhe von 0,3 m erhalten Pfeilerrest aus Lehmziegeln, der ursprüngliche eine Dachkonstruktion im Zentrum abgestützt haben könnte.

Vorstellbar ist, dass die ovale Struktur wie vergleichbare in Skorba an der westlichen Breitseite einen Eingang besaß. Die architektonische Miniatur aus Ta’ Ħaġrat belegt, dass Ovalbauten nicht nur in Lehmziegel-, sondern auch in megalithischer Bauweise existierten.

 

 

Der Kreis

Die kleinere runde Struktur von etwa 2,5 m Durchmesser, weist fünf übereinander liegende Torbaböden auf, die Spuren kontinuierlicher Ausbesserungen erkennen lassen.

 

Zwischen beiden stand ein, in eine Felsvertiefung eingesetzter Pfeilerrest aus Lehmziegeln. Im Zentrum seiner Basis stand ein mit rotem Ocker bemalter Steinkegel (abgerundete Spitze; Höhe ca. 6 cm): Dieses Objekt ist als sakrosankt zu deuten.

 

Die Pfarrkirche von kann man schon von der Hauptinsel Malta aus sehen. Sie wurde im 20. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaut.

 

Die frühere Kirche war zu klein für die wachsende Gemeindebevölkerung geworden.

 

Zwischen Għajnsielem und der italienischen Gemeinde Tolfa in der Provinz Rom der Region Latium bestehen seit 2002 partnerschaftliche Beziehungen.

 

Għarb

 

Għarb oder auch L-Għarb ist ein Ort am westlichsten Punkt der Insel Gozo (Malta).

Der Name des Ortes leitet sich von dem arabischen Wort für Sonnenuntergang, im Sinne von „westlich“ ab.

 

Im Jahr 1679 wurde eine Kirchengemeinde gebildet, für die zwischen 1699 und 1729 eine Barockkirche errichtet wurde.

Etwas abseits vom Ort befindet sich auch die Basilika ta’ Pinu, Wallfahrtsort und Maltas herausragender Schrein der Jungfrau Maria.

 

Der Legende nach hat eine junge Frau 1883 hier die Stimme der Jungfrau gehört.

Der Wahlspruch des Ortes lautet „In extremo vigilat“.

 

Im November 2005 hatte Għarb 1.160 Einwohner.

Bürgermeister der Ortschaft ist seit 1997 David Apap.

Għasri

 

Għasri (oder L-Għasri) ist ein Dorf im westlichen Teil der Insel Gozo in der Republik Malta.

Von allen selbständigen Gemeinden Gozos hat es die geringste Einwohnerzahl.

Damit ist es nach Mdina zugleich die zweitkleinste maltesische Gemeinde.

 

Għasri ist bekannt für die Herstellung von Honig.

 

 

 

Kerċem

 

Kerċem (offiziell: Ta' Kerċem, englisch: Kerchem) ist ein Ort im westlichen Teil der Insel Gozo der Republik Malta. Er hat 1.654 Einwohner.

Der Ort liegt zwei Kilometer westlich von Gozos Hauptstadt Victoria.

Weiterhin grenzen an Kerċem im Westen San Lawrenz, im Nordwesten Gharb, im Norden Għasri, im Südosten Fontana und im Süden Munxar.

Im Südwesten grenzt die Gemeinde ans Mittelmeer.

Archäologische Funde zeigen, dass die Gegend von Kerċem schon 5000–4500 v.Chr., besiedelt war.

Weitere Funde zeugen von römischen Bädern und einem frühchristlichen Friedhof – beides nicht öffentlich zugänglich.

 

Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einer Gemeinde rund um eine Kapelle zu Ehren von Gregor dem Großen.

Auch die Pfarrkirche von 1851, in den Jahren 1906–1910 erweitert, ist Gregor dem Großen geweiht.

 

 

Munxar

 

Munxar (oder Il-Munxar) ist ein Dorf an der Südküste der Insel Gozo der Republik Malta.

Es liegt in der Nähe des Dorfes Sannat, hat einen eigenen Gemeinderat und 1019 Einwohner.

Zum Gemeindegebiet von Munxar gehört auch der Ort Xlendi.

Der Name Munxar bedeutet im Deutschen „Säge“ und die Zähne dieser Säge sind auch im Wappen des Dorfes deutlich sichtbar.

Einer der bekanntesten Söhne des Dorfes war Professor Joseph Aquilina, der am 7. April 1911 in Munxar geboren wurde.

Nadur

Nadur (oder In-Nadur) ist eine Stadt im nordöstlichen Teil der Insel Gozo, die zur Republik Malta gehört.

 

Sie hat 4181 Einwohner.

Geschichte

Das maltesische Wort „nadur“ bedeutet im Deutschen „Ausblick“ und leitet sich aus dem arabischen Wort „nadara“ ab. Daher kommt auch das Motto der Stadt.

 

Es gibt keine archäologischen Dokumente, die über die Kolonisation Nadurs durch ihre ersten Einwohner Auskunft gäben. Dennoch ist bekannt, dass in der Hochebene und ihrer Umgebung verstreute Bauernhöfe schon lange vor der Erhebung dieses Gebietes zur Kirchengemeinde 1688 existierten.

 

Die einzigen frühgeschichtlichen Spuren waren eine Anzahl großer, flacher Steine, die man in einem Feld zwischen San Blas Bay und Daħlet Qorrot fand.

Laut dem Buch „Geschichte Gozos“ von G. P. F. Agius de Soldanis waren die ursprünglich überdachten Strukturen, die es heute nicht mehr gibt, eine Art Göttertempel. Dort ist man auch der Meinung, diese Steinplatten seien nicht von Menschenhand sondern von Riesen dort hin gebracht worden, wo sie heute liegen. Nadur soll schon zu griechischer Zeit gegründet worden sein. Als Beweis dafür wird eine Bronzestatue des Apollo angeführt, die 1744 in Nadur gefunden wurde.

 

In seiner gesamten Geschichte hat Nadur eine große Rolle in der Verteidigung der Insel gegen die Korsaren gespielt, daher der Name (Ausguck). Während der Herrschaft der Malteserritter baute Großmeister Nicholas Cotoner einen Wachturm, auf den die beiden Türme in San Blas und Daħlet Qorrot hinweisen.

 

Er ist als Ta' Sopu Tower bekannt.

Ein weiterer Wachturm in Nadur ist der Ta' Kenuna Tower, von den Briten Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Er diente als Telegrafenverbindung zwischen den Inseln Malta und Gozo. Von der Spitze dieses Turms kann man den größten Teil von Gozo, Comino und den nördlichen Teil Maltas sehen.

 

Nadur heute

Nadur ist mit über 4000 Einwohnern nach Victoria die zweitgrößte und eine der wichtigsten Städte Gozos. Ein großer Teil der Einwohner wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA, nach Kanada oder Australien aus.

 

In Nadur gibt es noch ziemlich viele Bauern – meistens Nebenerwerbslandwirte. Aus den Obstgärten von Nadur kommen viele heimische Früchte, wie Zwetschgen, Pfirsiche, Äpfel, Orangen und Zitronen. Diese Produkte waren Basis wirtschaftlicher Kontakte mit Malta während der letzten 3000 Jahre.

 

Auch heute spielt der Handel mit Zitrusfrüchten noch eine große Rolle; die meisten davon werden in Nadur angebaut. In letzter Zeit hat die Gemeinde die Anpflanzung von Olivenbäumen aus Italien gefördert, da die Zahl dieser Bäume in den letzten Jahren stark abgenommen hat.

 

Ein großer Teil der anderen Einwohner Nadurs bestreiten ihren Lebensunterhalt als Fischer oder Seeleute. Dieses Handwerk war schon zu einer Zeit verbreitet, als die Fischereimethoden in Malta eher einfach waren. Etliche Fischer aus Nadur ertranken damals in Stürmen.

 

In der Nähe der Stadt verläuft die Dwejra Lines, der besterhaltene Abschnitt der Victoria Lines.

Die Pfarrei Nadur

Das religiöse Fest von Nadur, Mnarja, wird am 29. Juni gefeiert. Das Fest war bei Flitterwöchnern sehr beliebt und sein Name weist auf den Sommeranfang hin. Er leitet sich von dem italienischen Wort "luminaria" (dt.: Beleuchtung) her. Das Fest ist tief in der maltesischen sommerlichen Tradition verwurzelt.

 

Das beliebte Standbild von Peter und Paul wurde 1882 in Marseille geschnitzt. Es ist eines der Meisterstücke, die die großartige Kirche schmücken. Am Karfreitag werden einige Statuen in der heiligen Prozession, die Leiden und Kreuzigung Christi darstellt, durch die Straßen getragen. Am Ostermorgen folgt ihnen eine Statue des auferstandenen Christus.

Nadur wurde am 28. April 1688 von Bischof Cocco Palmeri zur eigenen Kirchengemeinde erhoben. Reverend Bernhard Haber war ihr erster Pfarrer. Die Gemeinde umfasste damals auch Għajnsielem, Qala und Comino und 532 Seelen wohnten dort.

 

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist in architektonischer und kirchenmalerischer Hinsicht ein bedeutendes Kunstwerk. Sie besitzt reiche Marmorarbeiten und wurde an Stelle einer früheren, kleineren Kirche am höchsten Punkt der Stadt errichtet.

Die Basilika St. Peter & Paul

Der Bau der heutigen Kirche begann am 28. September 1760. Sie wurde vom maltesischen Architekten Giuseppe Bonniċi (1707–1779) entworfen.

 

1907 wurde sie renoviert, wobei die Seitenschiffe, die Kuppel und die Fassade von Prof. F.S. Sciortino im Stil der italienischen Renaissance gestaltet wurden. Die Deckenmalerei, die Szenen aus dem Leben der Heiligen Peter und Paul darstellen, wurde von Lazarro Pisani (aus Żebbuġ) geschaffen.

 

Die architektonischen Verzierungen sind ein Werk des Italieners Pio Cellini. Die Renovierung wurde hauptsächlich von Erzpriester Martin Camilleri betrieben.

Am 26. Juni 1967 wurde die im Bistum Gozo liegende Kirche von Papst Paul VI. zur Basilika erhoben.Die Pfarrei hat ihre eigene Radiostation, Radjuluminaria.

 

 

 

Qala

 

Qala (oder Il-Qala) ist ein Dorf im Ostteil der Insel Gozo der Republik Malta und hat 1609 Einwohner.

 

Qala an der östlichsten Stelle Gozos ist das am weitesten von der Hauptstadt Victoria entfernte Dorf.

 

Es liegt in der Nähe einiger spektakulärer Küsten und bietet klare Sicht auf Comino und Malta.

Abgesehen von einigen wenigen geschützten Buchten, etwa dem abgeschiedenen Badeplatz Hodoq ir-Rummien, ist der Küstenverlauf felsig. Die Landschaft eignet sich hervorragend zum Wandern.

 

Atemberaubende Motive genießt man auf dem Aussichtsturm von Qala und auf dem kleinen Vorplatz der Kirche, die der unbefleckten Empfängnis geweiht ist.

Dieser heilige Ort ist seit Jahrhunderten, mindestens seit normannischer Zeit, ein Pilgerziel. In der Region gibt es viele Orte, die historisch und landschaftlich interessant sind.

 

Im Küstenverlauf sieht man Exemplare einer der bizarrsten Waffen der Ritter, der 'Fougasse' - eines primitiven, aus einem Hohlraum im Felsen abgefeuerten Mörsers.

Sehenswert sind außerdem die Salzpfannen, die am besten erhaltene Windmühle der Inseln und prähistorische Funde.

 

Die archäologischen Sehenswürdigkeiten datieren aus der Tempelperiode; auch punisch-römische Tonscherben wurden hier gefunden.

 

Ein großer Stein, etwa in Form einer Pyramide, könnte der Eckstein eines Tempels gewesen sein. Er ist in der Mythologie von Gozo als Sitz einer Riesin bekannt.

Sannat

 

Sannat (oder Ta' Sannat) ist ein Dorf auf der Insel Gozo der Republik Malta mit 1729 Einwohnern.

 

Sannat liegt im Süden der Insel und ist bekannt für seine hohen Klippen, seine prähistorischen Schleifspuren, Tempel und Dolmen, sowie für seine reiche Flora und Fauna.

 

Nachbargemeinden sind Għajnsielem, Munxar und Xewkija. Im Südwesten grenzt die Gemeinde ans Meer.

Schutzpatronin der Gemeinde ist die heilige Margareta von Antiochia.

 

Seit 2004 besteht eine Partnerschaft zwischen Sannat und der Italien|italienischen Gemeinde Pisoniano in der Provinz Rom der Region Latium.

 

 

 

San Lawrenz

 

San Lawrenz ist ein Ort auf der Insel Gozo, die zu Malta gehört.

Die Einwohnerzahl beträgt 559.

Der Bevölkerungszahl nach ist San Lawrenz der zweitkleinste Ort der Insel Gozo und der drittkleinste Maltas insgesamt.

San Lawrenz ist ein kleines Dorf auf einer Hügelspitze in der Nähe einer der spektakulärsten Küstenlinien der Insel bei Dwerja.

Hauptmerkmal des Dorfes sind die Häuser aus dem 17. Jahrhundert, viele mit kunstvoll gestalteten Steinbalkonen. Seine Pfarreikirche, vor etwa 120 Jahren im Barockstil erbaut, enthält viele schöne Kunstwerke bekannter heimischer Künstler wie Giuseppe Cali.

In der Region rund um San Lawrenz sind fast alle Perioden der Inselgeschichte gespeichert. Zu den archäologischen Funden gehören rätselhafte prähistorische 'Wagenspuren', die auch anderswo auf den Inseln immer wieder zu finden sind; außerdem Beweise für einen karthagischen Tempel und ein römisches Grab.

 

Aus der Zeit der Ritter stammt der legendär Fungus Rock bei Dwejra. Nur wenige Felsen können eine diesem Giganten gleichkommende historische Bedeutung für sich beanspruchen.

 

Er beherbergt eine Pflanze, irrtümlich als Pilz (Fungus) bezeichnet, der außergewöhnliche Heilkräfte zugeschrieben wurden. Sie wurde von den Rittern so sehr geschätzt, dass sie den im Jahr 1651 als Teil einer Reihe von Küstenwachtürmen erbauten Dwerja Tower benutzten, um den Felsen zu bewachen und damit sicherzustellen, dass die Pflanze nur von ihnen genutzt werden konnte.

Bei Dwerja befindet sich auch das spektakuläre Azure Window, vielleicht die eindrucksvollste aller Naturansichten der Inseln, und Inland Sea, eine flache Lagune, von der aus man durch einen kleinen Tunnel in der Felswand auf das offene Meer gelangt.

 

Zu den in die Küstenlinie von Dwerja eingeschlossenen Fossilien gehören die Zähne eines riesigen Hais aus dem Miozän.

Victoria

 

Victoria (auch: Victoria Rabat, offiziell maltesisch Ir-Rabat Għawdex) ist die Hauptstadt der maltesischen Insel Gozo mit etwa 6.414 Einwohnern.

 

Bis 1887 trug die Stadt den arabischen Namen Rabat, was so viel wie „befestigte Stadt“ heißt (nicht zu verwechseln mit Rabat bei Mdina auf der Hauptinsel Malta).

Sie liegt in der Mitte Gozos, umfasst ein knappes Viertel der Insel-Bevölkerung und ist damit die bevölkerungsreichste Stadt der Insel.

 

Victoria ist auch der Mittelpunkt des Lebens auf der Insel und ihr kulturelles Zentrum.

Archäologischen Funden zufolge war das Gebiet schon in der Bronzezeit besiedelt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. errichteten die Römer eine Siedlung an dieser Stelle. Von 535 bis 870 gehörte der Ort zum Byzantinischen Reich.

Während der arabischen Besetzung (bis 1127) bekam die Siedlung den Namen Rabat. Damals bestand sie im Wesentlichen aus einer Zitadelle, in der die Bewohner Gozos Schutz vor den Angriffen von Piraten suchen konnten.

 

 

Trotzdem wurde im Juli 1551 nahezu die gesamte Einwohnerschaft Gozos und Rabats von Sklavenjägern gefangen und auf die Sklavenmärkte Nordafrikas verbracht.

Die Siedlung blieb in den folgenden Jahren zum großen Teil unbewohnt. 1599 begann der Wiederaufbau der Zitadelle, die dann alle Bewohner Gozos nachts aufzusuchen hatten. Nach der Abschaffung dieses Gesetzes blieb die Zitadelle meist unbewohnt.

 

1814 kamen Malta und Gozo unter britische Herrschaft. 1864 wurde Gozo eine eigenständige Diözese mit Rabat als Sitz des Bischofs. 1887, zum Goldenen Thronjubiläum von Queen Victoria, beantragten der Bischof und ein hoher Justizbeamter Gozos die Umbenennung Rabats zu Victoria.

 

Damit verknüpften sie die Bitte um Erteilung der Stadtrechte.

Am 10. Juni 1887 wurde diesen Anträgen vom Gouverneur Maltas stattgegeben, die Gemeinde Rabat wurde zur Stadt Victoria.

 

Im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden die Bewohner Gozos aber bis heute den ursprünglichen Namen. Der doppelte Name Victoria / Rabat kommt auch im Wappen durch die Buchstaben V und R zum Ausdruck.

Bevölkerung

Die Gegend um das heutige Victoria war in antiker und mittelalterlicher Zeit beständig von 1700 bis 2000 Menschen bewohnt gewesen.

 

Schon im Spätmittelalter begann die Einwohnerzahl aber zu steigen, insbesondere in Rabat.

Bis 1530 gab es mehr als 5.000 Einwohner rund um die Zitadelle. Die Versklavung eines Großteils der Bevölkerung im Jahr 1551 führte dann zu einem Einbruch, von dem sich Gozo und Rabat lange nicht erholten.

Ab dem Jahr 1667 sind verlässliche Zensusdaten zur Einwohnerzahl Rabats/Victorias vorhanden.

 

Nach dem Rückschlag 1551 stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich an, unterbrochen nur durch das Jahrzehnt nach 1957, in dem eine größere Emigrationswelle die Zahl noch einmal sinken ließ.

 

 

Sehenswürdigkeiten

 

Zitadelle und Kathedrale

Das Herz der Stadt ist die Zitadelle, welche bereits im Bronze-Zeitalter, also etwa 1500 vor Christus befestigt wurde. Zwischen 1599 und 1603 wurde sie restauriert, um die Stadt noch besser vor Korsaren und Muslimen zu schützen.

Von den Befestigungen aus hat man einen wunderbaren Blick über die Insel. In der Zitadelle befinden sich neben einem Museum auch die Kathedrale Gozos sowie das Gerichtsgebäude.

 

Die Stadt Victoria hat zwei Kirchengemeinden. Die Kathedrale Santa Marija (erbaut ab 1697 nach Entwürfen des maltesischen Barockbaumeisters Lorenzo Gafà), welche sich in der Zitadelle befindet, ist die Hauptkirche des Bistums Gozo und Comino und schmuckvoll ausgestattet, unter anderem mit einer Statue der Maria, der die Kirche geweiht ist.

 

An ihrer Stelle stand zuvor ein römischer Tempel, der Jupiter gewidmet war. In der Kirche befindet sich an der Decke ein Trompe-l’œil-Gemälde, welches das Innere einer Kuppel zeigt, die aber nie gebaut wurde.

Der Marktplatz, der von einheimischen it-Tokk genannt wird befindet sich am Fusse der Zitadelle auf der Pjazza Indipendenza; jeden Tag ist dort bis Mittag Markt.

Basilika St. Georg

Die barocke Basilika San Ġorġ des Heiligen Georg stammt aus dem Mittelalter, bekam aber 1818 eine neue Fassade und wurde 1958 durch Papst Pius XII zur Basilika erhoben.

 

Diese Basilika wird auch als die goldene Kirche bezeichnet. Sie ist vollständig mit Marmor verkleidet.

 

Sie ist reich ausgestattet mit Gemälden und Statuen und befindet sich an der Pjazza San Ġorġ, die südlich des Marktplatzes liegt.

 

 

 

Xewkija

Xewkija (oder Ix-Xewkija) ist eine Stadt auf der Insel Gozo in der Republik Malta. Sie hat 3115 Einwohner und ist damit die viertgrößte Gemeinde in Gozo.

 

Xewkija liegt auf halbem Weg zwischen Mgarr Harbour und Victoria. Dominiert wird der Ort von einer riesigen Rundkirche, die 1971 nach zwanzigjähriger Bauzeit vollendet wurde.

 

Diese Kirche ist Gozos Antwort auf die Mosta Rotunda auf Malta: Wie diese wurde sie über einer früheren Kirche aus dem 17. Jahrhundert errichtet, die während der Bauzeit stehen blieb und erst ganz zum Schluss abgerissen wurde.

Heute ist Mgarr ix-Xini ein relativ ruhiger Badeplatz mit einem kleinen Kiesstrand.

 

Das Wappen von Xewkija ist ein Schild auf goldenem Hintergrund mit einem horizontalen roten Streifen zwischen zwei Dornen, einer darüber, einer darunter.

 

Geschichte

Xewkija, zwischen Għajnsielem und der Inselhauptstadt Victoria Rabat gelegen, ist Gozos älteste Stadt. Sie wurde am 27. November 1678 als erste Pfarrgemeinde vom Sprengel der Inselhauptstadt abgespalten.

 

Bischof Glormu Molina verfügte die Abspaltung und Dun Greżż Farrugia aus Valletta wurde der erste Gemeindepfarrer. Es war der erste Distrikt (contrada), der als Dorf (casale) bekannt wurde.

 

Trotz seines modernen Erscheinungsbilds hat das Dorf antike Wurzeln. Es war die erste Pfarrei außerhalb der Hauptstadt und nach einer Legende der erste Ort auf Gozo, der zum Christentum bekehrt wurde. Besiedelt wurde das Gebiet von den Arabern. Ein Überrest arabischer Kultur in der Gegend von Xewkija ist die bekannte Marmorplatte von Majmuna mit einer arabischen Inschrift aus dem Jahr 1173.

 

Die Platte ist der Grabstein eines arabischen Mädchens namens Majmuna, die nach ihrem Tod im Gebiet zwischen Xewkija und Sannat begraben wurde. Heute wird der Majmuna-Stein, einer der am höchsten geachteten historischen Schätze unserer Inseln, im archäologischen Museum von Victoria aufbewahrt.

Der Name Xewkija leitet sich vom Arabischen ab und weist darauf hin, dass es in dieser Gegend früher weite Felder mit Dornengestrüpp gab.

 

Der arabische Einfluss dauerte bis weit in die Ritterzeit hinein an - verschiedene Balkone von Häusern aus dem 17. Jahrhundert sind im reich gearbeiteten maurischen Stil gehalten. In der Landschaft um Xewkija finden sich ebenfalls Zeugen der Vergangenheit.

 

Die tiefe, malerische Schlucht, bekannt als Mgarr ix-Xini, wurde von einem prähistorischen Fluss in den Felsen geschnitten. Dieses Naturdenkmal führt zu einer kleinen Bucht, die von den Rittern als Galeerenhafen benutzt wurde. Auf der Landspitze errichteten sie einen Turm zur Verteidigung ihres Stützpunkts.

 

Am Stadtrand befinden sich die Niederlassung Gozo der Universität Malta und die Büros des Arbeitsamtes. Es gibt dort auch noch das Stadion von Gozo, einen staatlichen Bauernhof, den Friedhof der hl. Maria und den Stadtfriedhof von Xewkija.

Außerdem befindet sich dort ein Gewerbegebiet, dessen dort ansässige Firmen Hunderte von Arbeitern aus Gozo beschäftigen.

 

Für die wachsende Bevölkerung von Xewkija mussten neue Häuser gebaut werden. Baugebiete wurden in Tal-Barmil, Ta' Gokk und Tal-Ħamrija ausgewiesen.

 

 

Sehenswürdigkeiten

Xewkija ist wegen seiner majestäischen Kirche, der Rotunda, die Johannes dem Täufer geweiht ist, bekannt. Sie wurde an Stelle einer älteren Kirche errichtet. Sie ist Sitz der Ritter des Malteserordens (Order of St. John).

 

Sie ist aus maltesischem Sandstein von ortsansässigen Steinmetzen und anderen Handwerkern gebaut.

Sie ist die größte Kirche in Gozo und überragt die Stadt. Ihre Kuppel hat den viertgrößten Durchmesser einer Kirchenkuppel in Europa (übertroffen nur vom Petersdom in Rom, der Saint Paul’s Cathedral in London und der Rotunda Santa Marija Assunta in Mosta auf Malta. Ihr Architekt war Joseph D'Amato.

 

Die Kirche bietet 3000 Gläubigen Platz, was der gesamten Bevölkerung von Xewkija entspricht. Sie wurde ausschließlich durch Spenden der Einheimischen finanziert und hauptsächlich durch Arbeitskräfte aus dem Dorf gebaut. Der Innenraum ist verglichen mit den üblichen Barockkirchen der Inseln sachlich und schlicht, doch seine Größe macht ihn spektakulär.

 

Ein kleines Museum beherbergt Überreste und Gemälde der früheren Kirche.

Wenn man Xewkija über die Hauptstraße erreicht, sieht man am Ortseingang die Überreste einer Mühle, die zur Zeit des Großmeisters Ramon Perellos y Roccaful errichtet wurde. Diese Mühle ist einmalig in Gozo, da ihre 8 Ecken in die acht wichtigsten Himmelsrichtungen zeigen.

Man sagt, dass anstelle der heutigen Kirche früher ein Stein lag, der als Maqgħad ix-Xiħ bekannt war. In der Nähe befindet sich eine Kapelle namens 'Madonna il-Ħniena' (dt.: unsere mildtätige lb. Frau). Sie war dem hl. Bartholomäus geweiht. Ebenfalls war der Santa Ċeċilja Tower in Xewkija. Darüber hinaus gibt es einen anderen Turm mit der ältesten Sonnenuhr Xewkijas.

 

Die Überreste des Tingħi Tower verschwanden im letzten Jahrhundert. Diese Türme wurden 1613 gebaut. Ein weiterer Turm aus dem 14. Jahrhundert, der Tower of Gorgion, wurde von den Großmeistern als Wohnstätte genutzt. Er wurde abgerissen um im Zweiten Weltkrieg Platz für ein zeitweise dort angelegtes Flugfeld zu schaffen.

 

Am Misraħ Imbert (dt.: Imbertplatz) kann man die Schleifspuren aus den Richtungen Borġ Għarib, Mġarr ix-Xini, Ta' Ċenċ und Tas-Salvatur sehen.

 

Das Xewkija der arabischen Zeit ist ein interessantes Studienobjekt. Der Marmorstein von Majmuna mit arabischen Inschriften aus dem Jahre 1173 wurde hier gefunden. Er erinnert an den Tod eines arabischen Mädchens namens Majmuna in Xewkija. Die Inschrift ist in eine dicke Marmorplatte geritzt, an deren Unterseite sich ein heidnisches Symbol befindet.

 

Diese Platte wurde offensichtlich aus einem heidnischen Tempel entnommen. Frater Gabrijel D'Alappo übersetzte die Inschrift ins Italienische; später wurde sie ins Maltesische übersetzt. 1845 wurde die Übersetzung in die öffentliche Bibliothek gesandt und 1960 in das Nationalmuseum von Gozo überführt. Heute ist der Stein von Majmuna einer der höchstgeschätzten historischen Überreste Maltas.

 

 

Musikkapelle

Die Banda Prekursur (Prekursur-Band) ist der älteste noch existierende Verein in Xewkija. Sie wurde am 13. Mai 1929 gegründet. Lorenzo Żammit Ħaber, Marcell Mercieca, Giuseppe Buttiġieġ, Giovanni Ħaber und Tomaso Attard waren die Gründungsmitglieder.

 

Das erste Treffen wurde um 20:40 Uhr abgehalten und die Band getauft. Mr Lorenzo Żammit Ħaber war ihr Präsident und erster Sekretär.

Xagħra

 

Xagħra (sprich: "Schaara"; oder: Ix-Xagħra) ist ein Dorf im nordwestlichen Teil der Insel Gozo in der Republik Malta.

 

Xagħra ist nach Nadur das zweitgrößte Dorf auf der Insel und hat 4.200 Einwohner.

 

 

Sehenwürdigkeiten

 

Spielzeugmuseum

Dieses kleine Privatmuseum in Xagħra war ursprünglich von Susan Lowe in Devon, England bereits in den 70er Jahren eröffnet worden. Es hatte mit einer Puppe begonnen und heute weist es Spielzeuge aus aller Welt auf.

 

Der Name Pomzkizillious kommt von Edward Lear, der dieses Wort erfand, um die Küste von Gozo zu beschreiben, als er die Insel 1866 besuchte. (Edward Lear ist ein weltberühmter Illustrator von Natur- und Geschichtsbüchern, Schriftsteller und Illustrator von Dichtungen für Kinder und ein Landschaftsmaler, der Malta vielmals bereist hat)

 

Die frühesten Objekte der Ausstellung sind eine maltesische Puppe aus dem späten 18. Jahrhundert, mit einem geschnitzten Holzkopf und einige italienische Krippen und Krippenfiguren aus den 90er Jahren des 17. Jahrhunderts. Unter vielen anderen Attraktionen finden Sie eine Arche des Noah von 1930, eine "Hornby" Modelleisenbahn und Edwin "Dinky" Fahrzeuge, eine “Jagdszene” und “Zoo” aus Pappe, die mehr als hundert Jahre überlebt haben und eine Gruppe von Soldaten aus den 70er Jahren, die jedoch mit Uniformen der schwedischen Armee von 1700 bekleidet sind.

 

Ein rares Grüppchen nicht näher bezeichneter Kricketspieler und andere Drahtpielwaren wie Zoo und Haustiere, Cowboys und Indianer, Flugzeuge, Schiffe und Soldaten, sowie ein Krankenwagenwagen aus der Zeit um 1890 sind ausgestellt.

 

Außerdem gibt es auch ein paar optische Spielsachen, Puppen aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, weiche Stofftiere von Steiff, Lenci und Kathe Kruse und ein paar aufziehbare Blechspielwaren aus den 20er und 30er Jahren (Schuco & Lehmann).

 

 

Ta' Kola Windmühlen

Die Windmühle von Ta’ Kola ist wie eine Reise in die Vergangenheit zum Berufsstand der Müller und ein gutes Beispiel der ländlichen Wirtschaft und des alltäglichen Lebens auf Gozo in den vergangenen Jahrhunderten.

 

Sie wurde 1725 erbaut und hat ihren Namen von dem Müller, der hier lebte und arbeitete (auf Maltesisch ‘mithna’ bedeutet Windmühle und ta’ Kola bedeutet ‘von Nicholas – Nicholas Windmühle). Die Mühle besteht aus einem rechtwinkligen Gebäude mit einem ungefähr 15 Meter hohen runden Turm.

 

Von den zwölf Windmühlen, die die Ritter gebaut haben, ist nur die Mühle von Ta’ Kola auf Gozo funktionsbereit erhalten geblieben. Heute wird den Besuchern vorgeführt, wie diese Mühlen arbeiteten.

Im Museum finden Sie auch eine große Sammlung an Werkzeug, von denen einige von den Besitzern der Mühle selbst hergestellt worden sind.

 

Im ersten Stock befinden sich die Wohnräume, die liebevoll wieder hergestellt worden sind und die traditionellen Möbel und Gegenstände des Kunsthandwerks zeigen, wie Weberei und die Fertigung von Spitze von Gozo.

Żebbuġ

 

Żebbuġ (oder Iż-Żebbuġ) ist ein Dorf auf der Insel Gozo, die zur Republik Malta gehört.

 

Es hat 1770 Einwohner und liegt im Nordwesten der Insel, nahe der Städte Għarb und Marsalforn auf einem Hügel über der Küste.

Das Wort Żebbuġ bedeutet im Deutschen Olive. Für den Anbau dieser Früchte war das Dorf bekannt, wobei es heute allerdings nur noch wenige Olivenbäume in der Gegend gibt.

Ebenso kennt man Iż-Żebbuġ wegen der dort verfertigten Spitzenklöppeleien (typisch für Gozo) und den wunderschönen Plätzen entlang seiner Küste.

 

Menschen lebten um Iż-Żebbuġ schon seit vielen tausend Jahren; in der Nähe – auf dem Kuljat-Hügel – findet man Überreste aus der Bronzezeit und nördlich davon, in der Qbajjar-Bucht, gibt es noch ältere Fundstücke