Die Megalithtempel von Malta

Es gibt sieben Megalithtempel auf Malta und Gozo, der älteste geht auf die Zeit von 5000 v. Chr. zurück.

 

Die ältesten, freistehenden Tempel der Welt befinden sich bei Ġgantija auf der Insel Gozo; besonders bemerkenswert ist die gigantische Struktur aus der Bronzezeit.

 

Auf Malta befinden sich der Ħagar Qim (dekoriert mit Tieren und Göttern, die aus Feuerstein und Obsidian geschnitzt wurden), und die Tempel Mnajdra und Tarxien, einzigartige Meisterwerke der Architektur, wenn man die limitierten Möglichkeiten der Erbauer in Betracht zieht. Die Strukturen von Ta’ Ħaġrat und Skorba zeigen die Entwicklung der Tradition des Tempelbaus auf Malta.

 

Ġgantija

Die Ggantija Tempel in Xaghra, Gozo, sind eine der wichtigsten archäologischen Stätten der Welt und gehen auf die Zeit von 3600 bis 3200 v. Chr. zurück. Aufgrund der gigantischen Maße der Megalithen glaubte die Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten, dass diese Tempel das Werk von Riesen waren. Der Name dieses besonders großen Tempels auf Gozo bezeugt diese antike Legende: Ggantija ist das maltesische Wort für Riese.

 

Der Megalith-Komplex von Ggantija besteht aus zwei Tempeln, umgeben von einer massiven Grenzmauer,  erbaut mit der Technik von Bindern und Läufern, wobei einige der Megalithen länger als fünf Meter und mehr als 50 Tonnen schwer waren. Die Tempel wurden aus groben, korallinen Kalksteinblöcken erbaut und haben fünf Apsiden, die durch einen zentralen Korridor verbunden sind, über den man in den innersten Bereich mit einem Kleeblattbogen kommt.

 

Kontakt: Ggantija Temples, Temples Street, Xaghra, Gozo Tel: (+356) 21553194 Fax: (+356) 21550107

 

Ġgantija Tempel
Ġgantija Tempel

Mnajdra

Der Komplex von Mnajdra besteht aus drei Tempeln, die um einen ovalen Vorplatz angeordnet sind. Der erste und älteste der Tempel geht auf die Zeit von 3600 – 3200 v. Chr. zurück, während der beeindruckenste der Tempel, der Dritte, in der Zeit von 3150 – 2500 v. Chr. erbaut worden ist. Er ist wahrscheinlich der besterhaltene der Inseln. Das Mauerwerk bezeugt das Wissen von komplizierter Bautechnik und die überragenden handwerklichen Fähigkeiten seiner Erbauer.

 

Als letzter ist der mittlere Tempel erbaut worden und wurde in erhöhter Position zwischen die zwei anderen gesetzt. Der untere Tempel weist eine besondere astronomische Ausrichtung auf; am Tag des Äquinoktium (20. März und 20. September) fallen die Sonnenstrahlen genau durch bestimmte Bereiche des Tempels ein.

 

Kontakt: Mnajdra Temples, Qrendi, Malta Tel: ( 356) 21424231 Fax: ( 356) 21244231

 

  

Mnajdra
Mnajdra

Ħagar Qim

Der Tempel von Hagar Qim (etwa 3600 - 3200 v. Chr.) steht auf einem Hügel mit weiter Sicht über das Meer und die Insel Filfla. Der Tempel selbst besteht aus einem Bauteil, aber man ist sich nicht sicher, ob die originale Struktur vier oder fünf Apsiden vorsah.

 

Weitere Tempelruinen befinden sich nur wenige Meter vom Haupttempel entfernt und der Vorplatz und die Fassade sind in der typischen Form der Tempel gehalten, die wir auf den Inseln finden. Besonders bemerkenswert sind die größeren Orthostats der Ecken, die extra behauen sind, um die zweite Reihe der horizontalen Läufer aufzunehmen.

 

Bei den Ausgrabungen von Hagar Qim wurden weitere interessante Funde gemacht, wie ein bemerkenswert verzierter Säulenaltar, zwei Tischaltare und einige der ‘fat lady’ Statuen, die im Nationalmuseum für Archäologie ausgestellt sind.

 

Kontakt: Hagar Qim Temples, Qrendi, Malta Tel: ( 356) 21424231 Fax: ( 356) 21244231

 

  

 

Tempel von Hagar Qim
Tempel von Hagar Qim

Skorba Tempel

Skorba umfasst zwei Tempelruinen, die während der ersten zwei Phasen archäologischer Ausgrabungen im frühen 19. Jh. und im 20. Jh. unberührt geblieben waren.

 

Bei Skorba wurde in der Zeit von 3600 – 3200 v. Chr. ein typischer Drei-Apsiden Tempel auf den Resten eines Dorfes gebaut, das aus der Zeit von 5000 – 4300 v. Chr. stammte. In der Zeit von 3150 – 2500 v. Chr. wurde östlich davon ein weiterer Tempel errichtet, der bei seiner Entdeckung in deutlich schlechterer Verfassung war; aber man kann erkennen, dass er aus vier Apsiden und einem zentralen Gewölbe bestand.

 

Skorba war bereits lange vor dem Tempelbau bewohnt und die frühesten Strukturen der Stätte werden der Zeit von 5000 – 4300 v. Chr. zugeschrieben. Im Bereich Richtung Osten befinden sich zwei Räume, die auf die Zeit von 4400 – 4100 v. Chr. zurückgehen. Die Unebenheit des Bodens und das Fehlen von Feuerstellen scheinen einen Gebrauch als Wohnbereich auszuschließen.

 

Eine Gruppe von Statuetten, die im nördlichen Raum gefunden wurden, deutet eher darauf hin, dass das Gebäude religiösen Funktionen diente.

 

Kontakt: Skorba Temples, St Anne Square, Zebbiegh, Mgarr, Malta Tel: (+356) 21580590

 

  

 

Skorba Tempel
Skorba Tempel

Ta' Ħaġrat Tempel

Die zwei Tempel von Ta’ Ħagrat, datierend auf 3600 – 3200 v. Chr., sind mit die ältesten Tempel auf Malta und sehr gut erhalten.

 

Der größere der beiden ist aus der Zeit von 3600-3200 v. Chr., während der kleinere aus der Zeit von 3300-3000 v. Chr. stammt. Die reichhaltigen Funde von Töpferware lassen darauf schließen, dass die zwei Tempel auf den Resten eines früheren Dorfes erbaut wurden. Unter den Funden dieser Stätte wurde eine einzigartige Entdeckung gemacht – ein kleines Modell eines Gebäudes aus Kalkstein.

 

Der größere Tempel befindet sich in der Mitte eines weiten, halbkreisförmigen Vorhofs und die bedeutende Fassade mit ihrem monumentalen Zugang wurde 1937 wiederaufgebaut. Zwei Stufen führen hinauf zu dem Haupteingang, der von enormen, aufrechten Korallenkalksteinen flankiert wird und dem Korridor. Der Korridor nach dem Eingang ist mit sorgfältig verlegten, breiten Steinblöcken gepflastert.

 

Kontakt: Ta' Hagrat Temples, St Peter Street, Mgarr, Malta Tel: (+356) 21586264 Fax: (+356) 21231236

 

  

 

Ta' Ħaġrat Tempel
Ta' Ħaġrat Tempel

Tarxien Tempel

Die Tempel von Tarxien gehen auf die Zeit von 3600-2500 v. Chr. zurück und sind mit ihren vier Megalithstrukturen die vielfältigste Stätte aller Tempelfunde auf Malta.

 

Die Tempel sind berühmt für ihre detailreichen Felsritzungen, die Haustiere in Relief darstellen, sowie Altare und Sektionen, die mit Spiralmustern und anderen Formen verziert sind. Besondere Aufmerksamkeit verdient ein Raum, der sich in der dicken Wand zwischen dem südlichen und zentralen Tempel befindet; er wurde berühmt für das Relief von zwei Stieren und einem Schwein.

 

Die Stätte scheint ausgiebig für Rituale genutzt worden zu sein, die wahrscheinlich auch die Opferung von Tieren beinhalteten. Tarxien ist auch deshalb so interessant, das man hier sehr gut sehen kann, wie die Tempel konstruiert wurden:  Steinrollen, die sich außerhalb des südlichen Tempels befinden, wurden wahrscheinlich zum Transport der Megalithen verwendet. Reste von Feuerbestattungen sind ebenfalls im Zentrum des südlichen Tempels zu finden, was den Schluß zulässt, dass diese Stätte auch in der Bronzezeit zur Leichenverbrennung verwendet wurde.

 

Kontakt: Tarxien Temples, Neolithic Temples Street, Tarxien PLA 11, Malta Tel: (+356) 21695578 Fax: (+356) 21241975

 

 

 

Tarxien Tempel
Tarxien Tempel

 

 

 

Textquelle:  go2-malta.de