SKORBA UND TA’ HAGRAT

Vor 82 Jahren wurden in Mgarr prähistorische Überreste gefunden, nachdem zunächst in einem Feld ein Erdwall entdeckt worden war. Der Ort wurde Ta’ Hagrat genannt; und wie man es von Maltas grundsätzlich paarweise auftretenden Tempelanlagen kennt, hat auch diese einen Partner: den nur einen Kilometer entfernt liegenden Tempel von Skorba. Ta’ Hagrat selbst besteht aus zwei nebeneinander liegenden Tempeln.

 

Maltas erster Museumsdirektor, Sir Temi Zammit, legte den Fund im Jahr 1925 frei. Obwohl man charakteristische Töpferwaren fand, schrieb man der Stätte zunächst keine große Bedeutung zu. In den frühen Sechzigerjahren jedoch führte David Trump - zwischen 1958 und 1963 Kurator für Archäologie am damaligen Nationalmuseum von Malta - weitere Arbeiten durch und stieß dabei auf einen einzigartigen Fund: ein kleines Tempelmodell aus Kalkstein.

 

Er datierte den größeren der beiden Tempel von Ta' Hagrat auf die Zeit zwischen 3600 und 3000 v.Chr. und den kleineren auf 3300 bis 3000 v.Chr. Eine Treppe zwischen den beiden Tempeln soll den Zugang zu einem Orakel in der Decke der inneren Apsis des größeren Tempels gebildet haben.

 

Skorba, erst sehr spät in den 1960er Jahren ausgegraben, liefert umfangreiche archäologische Aufschlüsse. Die Tempelanlage mit drei Apsiden wurde etwa um dieselbe Zeit wie die Ggantija-Tempel erbaut, also um 3600 bis 3200 v.Chr. Zu sehen sind durchlöcherte Steinpflaster am Eingang, eine hohe, korallenartige Kalksteinplatte und eine mit kraterartigen Verzierungen versehene Stufe.

 

Eine freistehende, fast gerade Mauer war das früheste an diesem Ort identifizierte Bauwerk. Wegen der Unregelmäßigkeit der Böden und des Fehlens einer Opferstelle glaubte man zunächst, dass die Stätte dem Wohngebrauch diente.

Eine mittlerweile im National Museum of Archaeology ausgestellte Gruppe von Figuren, die im nördlichen Raum gefunden wurde, lässt jedoch vermuten, dass die Stätte auch eine religiöse Funktion hatte. Sie ist damit als Vorgänger all der anderen Jahrhunderte alten Tempel anzusehen.

 

Westlich der Tempelanlage stieß man auf einige Hütten, in denen mehrere handbetriebene Getreidemühlen aus korallenartigem Kalkstein gefunden wurden. Außerdem fand man Gegenstände aus Feuerstein, aus Jaspis (einem kompakten, aus feinkristallinem Quarz bestehenden Stein) und aus vulkanischem, granitähnlichem Glas.

 

 Fotos von Heritage Malta. Weitere Informationen erhalten Sie über www.heritagemalta.org

 

 

 

 

 

Quelle: airmalta.com