Tierwelt Unterwasser

Tierwelt Unterwasser

 

In der Salina Bay bei Qawra und in der Blauen Lagune (Blue Lagoon) zwischen Comino und Cominotto, dort entstand unter anderem das Foto. An beiden Orten ist der Meeresgrund mit Felsen, weißem Sand, Seegraswiesen und Algen bedeckt. Das Wasser ist herrlich klar, jedoch ist es nur im Hochsommer und Herbst wirklich warm, sodass man im Frühjahr nicht besonders lange im Wasser bleiben kann, um die Unterwasserwelt zu erkunden.

Es ist wichtig, dass man nicht auskühlt und sich zwischen den Schnorchelgängen an Land in der Sonne wieder aufwärmt. Dennoch sollte man sich nicht von kühlen Temperaturen abschrecken lassen und zumindest kurz ins Wasser gehen, denn das Mittelmeer hat in den Gewässern um Malta einige wirklich schöne Anblicke zu bieten.

Sämtliche Beschreibungstexte in diesem Kapitel basieren auf einer Identifizierung der Arten anhand von Fachliteratur beziehungsweise mit der freundlichen Unterstützung von Experten. Irrtümer sind dabei freilich nicht ausgeschlossen.

 

 

Atlantischer Eidechsenfisch (Atlantic lizardfish, Synodus saurus)

Man muss unter Wasser schon sehr genau hinschauen, um diese perfekt getarnten Fische zu entdecken. Wenn man durch das Wasser gleitet, wabern auf dem Sand die Brechungsmuster des Sonnenlichts.

Details auf dem Untergrund sind deshalb ohnehin schon schwer zu erkennen. Besonders schwierig ist es daher, die etwa 13 Zentimeter langen Fische ausfindig zu machen. Bewegungslos verharren sie auf dem sandigen Boden und lauern auf Nahrung. Manchmal erschrecken sie und bewegen sich, wodurch man sie sehen kann.  

 

 

Brandbrasse

(Saddled seabream, Oblada melanura)

Die rechts gezeigten Brandbrassen waren maximal zwölf Zentimeter groß, es waren also recht junge Tiere dieser Fischart. Ausgewachsene Exemplare der Spezies können bis zu 34 Zentimeter messen.

Die silbrige, helle Färbung mit der schwarzen Schwanzwurzel sind typische Erkennungsmerkmale dieser geselligen Fische. In der Nähe von Felsen und über Seegraswiesen trifft man sie besonders häufig an. Diese schwimmenden Allesfresser sind für den Menschen als Speisefische von großer Bedeutung.

 

 

 

 

Geißbrasse

(White seabream, Diplodus sargus)

Stattliche 45 Zentimeter lang können ausgewachsene Geißbrassen werden. Das rechts gezeigte Tier war noch sehr jung, es war nur etwa 13 Zentimeter lang. Zu erkennen ist diese Fischart an ihrem hellen Körper, der senkrechte dunkle Streifen trägt.

An der Schwanzwurzel befindet sich auf beiden Körperhälften jeweils ein dunkler Fleck, außerdem trägt die Schwanzflosse einen schwarzen Saum. Felsige Bereiche und Küstenriffe stellen die typischen Lebensräume der Fischart dar. Jungtiere halten sich gern in Neptungras-Wiesen auf.

 

 

Goldbrasse

(Gilthead Seabream, Sparus aurata)

Diese Fischart sah ich stets in kleinen Gruppen durch die Blaue Lagune vor Cominotto schwimmen, siehe Foto ganz oben rechts. Goldbrassen sind recht scheue Wesen, sodass man sich in ihrer Nähe nach Möglichkeit langsam bewegen sollte, um sie in Ruhe betrachten zu können.

Das auf dem Foto neben diesen Zeilen abgebildete Tier war zwischen 15 und 20 cm lang, besonders große Tiere dieser Art sollen bis zu 70 Zentimeter lang werden können. Im Mittelmeerraum erfreuen sich Goldbrassen als Speisefisch größter Beliebtheit - vermutlich sehr zum Leidwesen der Tiere.

Gern halten sich Goldbrassen in der Nähe von Seegraswiesen auf, auch in sandige Brandungszonen sind sie anzutreffen. Schalentiere bilden die Nahrung dieser Fischart.

 

 

Grauer Lippfisch

(Grey wrasse, Symphodus cinereus)

In den Gewässern rund um Malta sind die bis zu 16 Zentimeter langen, eher scheuen Grauen Lippfische heimisch. Sie halten sich gern in felsigen Bereichen auf, die mit Algen und anderem Bewuchs bedeckt sind, in dem sich die Fische verstecken können.

Wie es der Name bereits vermuten lässt, sind diese Fische grau gefärbt, bei starker Sonneneinstrahlung sehen sie fast weiß aus. Charakteristische Merkmale der Grauen Lippfische sind die dunklen Flecken im Bereich der Schwanzwurzel, die sie auf beiden Körperhälften tragen.

Die Flossen dieser Fischart sind fast durchsichtig.

 

 

Meerpfau

(Ornate wrasse, Thalassoma pavo)

Herrlich bunt ist diese Fischart, die jedoch extrem scheu ist und sich deshalb nicht besonders leicht fotografieren lässt. Meist sieht man diese leuchtend gefärbten Meeresbewohner deshalb nur von hinten, wenn sie sich auf der Flucht befinden.

Bis zu 25 Zentimeter können ausgewachsene Meerpfaue lang werden. Sie bewohnen vor allem küstennahe Gewässer mit felsigen Bereichen und Seegraswiesen. Meist sieht man sie allein umher schwimmen, nur selten finden sie sich zu kleinen Gruppen zusammen. Der Meerpfau ernährt sich von Krebstieren und Mollusken. Das Foto rechts zeigt ein erwachsenes Männchen.

Dieser etwa 15 Zentimeter lange Jungfisch schwamm in der Nähe der Neptungras-Wiesen in einer flachen Bucht umher und verhielt sich mir gegenüber relativ neugierig, sodass ich den juvenilen Meerpfau aus der Nähe betrachten konnte.

 

 

Neptungras

(Oceanic posidonia, Posidonia oceanica)

Einer der wichtigsten Lebensräume für die Fische, Wirbellosen und Krustentiere in den Gewässern rund um Malta stellen die ausgedehnten Seegraswiesen dar, die sich dort vielerorts finden.

Zwischen den grünen Blättern halten sich viele kleine und größere Bewohner auf, die man beim Schnorcheln hervorragend beobachten kann, sofern man genau hinsieht. Mit ein wenig Glück gelingt es einem, Furchengarnelen oder Fische wie die Grasnadel im grünen Dickicht aufzuspüren.

 

 

Pflanzenfressender Schleimfisch

(Rusty blenny, Parablennius sanguinolentus)

Zur Familie der Schleimfische, die auch Blennis genannt werden, gehört diese Art. Das rechts abgebildete Tier war etwa sieben Zentimeter lang und damit recht klein, denn diese Fische können eine Länge von bis zu 20 Zentimetern erreichen.

Reglos lag der kleine Fisch auf dem sandigen Untergrund, wie es für seine Art typisch ist. Bei der kleinsten Störung flüchten Schleimfische in Spalten und Höhlen zwischen Felsen. Wie es der Name bereits vermuten lässt, ernährt sich Parablennius sanguinolentus überwiegend vegetarisch.

Algen stehen auf seinem Speisezettel. Diese Fischart wird in manchen Büchern als Blutstriemen-Schleimfisch bezeichnet.

 

 

Schriftbarsch

(Painted comber, Serranus scriba)

Außerhalb der Paarungszeit sieht man Schriftbarsche immer allein durch ihr Revier schwimmen, das sie mutig gegen jeden Artgenossen verteidigen. Ihre charakteristischen schwarzen Flecken am Körper und die gelbe Schwanzflosse machen diese Fischart unverwechselbar.

Ausgewachsene Schriftbarsche erreichen eine Körpergröße von bis zu 36 Zentimeter, sie ernähren sich von Fischen und Krebstieren. Ihr bevorzugter Lebensraum sind felsige Untergründe und Neptungras-Wiesen, wie sie rund um Malta relativ häufig vorkommen.

 

 

Wachsrose

(Opelet anemone, Anemonia sulcata)

 An den Felsen im Meer rund um Malta finden sich allerorten diese eleganten Anemonen. Wachsrosen gehören zu den Nesseltieren. In ihren Tentakeln, die sich scheinbar schwerelos im Wasser wiegen, befindet sich Gift, das gegen jeden Eindringling eingesetzt wird, der sich zu nahe heran wagt.

Wachsrosen bilden in manchen Gebieten regelrechte Teppiche, deren schwankende, synchrone Bewegungen in der leichten Strömung besonders schön anzusehen sind.

Achtung: Bei Berührungen mit diesen Lebewesen bekommt auch der Mensch die brennende Wirkung ihres Giftes zu spüren!

 

 

 

 

Zweibindenbrasse

(Mojarra, Diplodus vulgaris)

Relativ viele kleine Exemplare dieser Brassenart tummelten sich während meines Schnorchelgangs zwischen den langen Seegras-"Halmen" in der Salina Bay, die einzelnen Tiere waren nur maximal 15 Zentimeter groß. Ausgewachsene Zweibindenbrassen, die an den zwei charakteristischen schwarzen Binden auf hellem Grund zu erkennen sind, können bis zu 45 Zentimeter lang werden.

Als Schnorchler kann man sich den Fischen nähern, ohne dass sie flüchten, denn sie sind nur wenig scheu. Felsige und sandige Untergründe bilden die bevorzugten Lebensräume dieser Fischart, die in Tiefen von bis zu 160 Meter vorkommt.

Die Nahrung der Zweibindenbrassen bilden Krebstiere, Würmer und Mollusken.

 

 

Meeräschen

(Boxlip mullet, Oedalechilus labeo)

 In kleinen Gruppen schwammen diese silbrig glänzenden Meeräschen durch das seichte Wasser der Blauen Lagune. Sie waren überaus scheu und ließen Schnorchler nicht näher als drei bis vier Meter an sich heran kommen.

Diese Fischart erreicht eine Körpergröße von bis zu 25 Zentimeter und ist im gesamten Mittelmeerraum beheimatet. Leider ist mir der deutsche Name von Oedalechilus labeo nicht bekannt.

 

 

Labrinae bzw. Labrini sind ein Taxon der Lippfische

(Five-spotted wrasse, Symphodus roissali)

Dieser Fisch war extrem scheu, verhielt sich ansonsten jedoch so, wie es für Lippfische typisch ist. Seine Länge betrug etwa zehn Zentimeter.

Ausgewachsene Tiere der Art Symphodus roissali, können bis zu 17 Zentimeter lang werden.

Meist halten sich die Tiere einzeln in felsigen, mit Algen bewachsenen Felsen auf. Auf ihrem Speisezettel stehen unter anderem Mollusken und kleinste Krebse.