UNTERIRDISCHE BEGRÄBNISSTÄTTEN

Das Hypogäum, die St. Paul's Catacombs und Abbatija tad-Dejr

 

Unterirdische Begräbnisstätten aus der Vorzeit gehören zu den archäologischen Hauptattraktionen Maltas. Am beliebtesten ist das Hypogäum, das in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Es ist die größte unterirdische Kultstätte der Welt, zwischen 5000 und 6000 Jahre alt.

 

Das Hypogäum liegt in der kleinen Stadt Paola, etwa zehn Autominuten von Valletta entfernt. Der in einer ruhigen Straße liegende Eingang kann leicht mit einem Wohnhaus verwechselt werden. Die Stätte wurde erst 1902 entdeckt, als die Fundamente einiger neuer Häuser gelegt werden sollten.

 

Die Ausgrabungsarbeiten übernahm Sir Temi Zammit, der erste Direktor von Maltas Museumsamt; gleichzeitig ein angesehener Professor für Medizin. Er stieß auf grandiose archäeologische Funde wie menschliche Knochen, winzige Tierschnitzereien, Töpferwaren, Statuetten, Schmuckperlen und Amulette.

 

Das Hypogäum, eine religiöse Kult- und Begräbnisstätte, reicht auf einer Fläche von 500 Quadratmetern elf Meter tief in die Erde. Hallen, Kammern und  Korridore wurden in verschiedenen Formen und Größen aus dem Felsen herausgearbeitet. Es gibt drei Ebenen, die jeweils eine Epoche repräsentieren: Die obere, aus der Zeit von 3600 bis 3300 v.Chr., besteht aus einer großen Höhle mit einem Durchstieg in der Mitte und Grabnischen auf jeder Seite. In der mittleren Ebene aus der Zeit von 3300 bis 3000 v.Chr. befinden sich zahlreiche Räume, die so glatt gearbeitet sind, als wären sie aus behauenem Stein - eine eindrucksvolle Leistung, wenn man bedenkt, wie wenig Werkzeug es in jenen Zeiten gab. Die dritte Ebene stammt aus der Zeit von 3150 bis 2500 v.Chr.

 

Eine andere Art unterirdischer Begräbnisstätte sind die St. Paul's Catacombs (Paulus-Katakomben) in Rabat, vor den Toren der alten Hauptstadt Mdina. Diese Stätte wurde errichtet, weil Begräbnisse innerhalb der Stadtgrenzen von Mdina in alten Zeiten gesetzlich verboten waren. Die Katakomben sind archäologische Zeugnisse des frühen Christentums in Malta.

 

Das Herzstück der Katakomben ist eine beeindruckende Zentralhalle. Zahlreiche Korridore, die von hier aus in verschiedene Richtungen führen, erweitern sich an ihrem Ende zu Kammern. Einige wenige, auf den Inseln einzigartige Mauerstücke zeugen von der spätrömischen und der frühmittelalterlichen Epoche. In einer Nische steht auf einer Erhöhung, die mit ihren schräg abfallenden Seiten einer Rundcouch ähnelt, eine Einheit von runden Tischen, die aus einem einzigen Stein geschnitten wurden.

 

Außerhalb von Rabat liegt eine weitere Begräbnisstätte: Abbatija tad-Dejr. Diese Stätte gleicht den anderen christlichen Gräbern auf dem maltesischen Archipel; sie besteht aus einem unterirdischen Friedhof mit vier untereinander verbundenen Kammern. Zu bewundern sind eine große zentrale Halle, gemeißelte Muschelschalen, gewölbte Töpferregale, Palmwedel, Fischwaagen und verschiedene Verzierungen.

 

Neben dieser Katakombe befindet sich eine kleine, aus dem Felsen gehauene Kirche, in der ursprünglich zu beiden Seiten des Kruzifixes eine Darstellung der Kreuzigung mit der Jungfrau Maria und dem Erzengel Gabriel zu sehen war. Dieses Gemälde wird heute im National Museum of Fine Arts in Valletta aufbewahrt.

 

Die unterirdischen Sehenswürdigkeiten sind bei Touristen sehr beliebt. Wegen ihrer geringen Größe und ihrer immensen kulturellen und geschichtlichen Bedeutung werden jedoch jeweils nur kleine Gruppen zur Besichtigung zugelassen. Um Enttäuschungen zu vermieden, empfiehlt sich eine rechtzeitige Anmeldung.

 

Fotos von Heritage Malta.

 

Weitere Informationen erhalten Sie über www.heritagemalta.org

 

 

 

 

 

Quelle: airmalta.com