Sacra Infermeria 

 

Hospital des Ritterordens

Lage des Sacra Infermeria
Lage des Sacra Infermeria
Lageplan, zum vergrößern, bitte anklicken
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Die Sacra Infermeria, das Hospital des Ordensstaats der Johanniter auf Malta zählte damals zu den bekanntesten und besten Krankenhäusern des Mittelmeerraums.

 

In der Zeit vor dem 18. Jahrhundert war die Sacra ein Ort für vorbildliche und modernste Betreuung Kranker und Bedürftiger.

Die Einrichtung für jeden Patienten ein Bett zur Verfügung zu haben war zur damaligen Zeit neu, denn nahezu alle frühneuzeitlichen Krankenhäuser in Europa mussten mehrere Patienten in einem Bett unterbringen.

 

Dieser Zustand bestand auch noch Ende des 18. Jahrhunderts.

 

Zum legendären Ruf des Johanniterhospitals trug auch bei, dass die Patienten ihre Speisen und Getränke auf silbernem Geschirr erhielten. Silber war leichter zu reinigen als andere Metalle oder Holz, also ein Aspekt der Hygiene, aber auch und vor allem die Ideologie der Johanniterritter.

 

Täglich wurde von den Ärzten angeordnet die Bettücher zu wechseln und eingetroffene Patienten mit Infektionskrankheiten wurden sofort von den übrigen isoliert.

 

Ebenfalls legte man großen Wert auf ausreichende und gesunde Ernährung.

 

Die Errichtung eines Hospitals hatte in jeder Niederlassung Priorität für die Johanniter, so auch auf Malta.

Errichtet wurde sie an der Südost Seite Vallettas, der Hauptstadt von Malta.

 

1574 wurde der Bau unter dem französischen Großmeister Jean Velesque de la Cassiere beschlossen, so das bereits ein Jahr später das Hospital in Betrieb genommen werden konnte.

 

Sie steht an der zum Meer zugewandten Seite Vallettas, dies sollte eine rasche Aufnahme von Verwundeten und Kranken gewährleisten, die per Schiff eintrafen.

 

Das Hospital besteht aus zwei sich rechtwinklig treffenden, länglichen Gebäuden.

 

Diese Konstruktion ist vergleichsweise zu anderen Bauten auf Malta eher einfach aber zweckmäßig.

 

Fußböden und Wände bestehen aus dem auf Malta üblichen maltesischen Kalksandstein, das Dach aus einer Holzdecke, welche mit Keramikplatten bedeckt ist.

 

Vorbild für diesen Bau war das Santo Spirito in Rom.

 

Das Gebäude wurde ständigen Modifikationen unterzogen, 1582, 1583, 1663 - 1666 und 1713, so das das Gebäude schließlich mit der Sala Grande ausgestattet war, der längsten durchgehenden Halle Europas.

 

Diese Halle ist 160 Meter lang, 10,5 Meter breit und 11 Meter hoch. Insgesamt konnten die elf Hallen des gesamten Gebäudes über 300 Betten aufnehmen, die im Bedarfsfall auf 2000 erhöht werden konnten.

 

In den großen Kellerräumen gab es ein Hospiz für Geisteskranke und viele Lager für Geräte.

 

In den Jahren 1674 - 1676 wurde die Sacra um eine Schule für Anatomie, Chirurgie und Pharmazie erweitert.

 

Da Ärzte damals in den Hochschulen z.B. von Paris ausgebildet wurden, blieb die Sacra immer an den neuesten Entwicklungen angelehnt und hatte immer eine medizinische Versorgung von höchstem Niveau.

 

Ab 1679 gab es dann eine separate Abteilung für Patienten mit ansteckenden Krankheiten, die Falanga ( frz. Phalange ) mit 120 Betten, eine Station für ausgesetzte Kinder, die Bastardi, ebenso eine eigene Kapelle.

Nicht weit vom Hospital entfernt lag bis 1736 noch ein Friedhof.

 

1687 erhielt die Sacra Infermelia noch einen Raum für eine medizinische Bibliothek, Wohnräumen für das medizinisch Personal, eine eigene Wäscherei und nicht zuletzt eine Apotheke, beeindruckend durch die Sammlung von pharmazeutischem Geschirr.

 

Der Aufenthalt und die Behandlung im Hospital waren kostenfrei, streng nach den Ordensregeln.

 

Auch die Ritter und Großmeister des Ordens mussten Regelmäßig ihre stattliche Kleidung ablegen und in voller Demut die Patienten versorgen.

 

Mit dem Eintritt in den Krankendienst legten die Ordensritter und - Mitglieder gleichzeitig alle Abzeichen ihres Ranges und ihrer Autorität ab.

 

In der Sacra Infermeria wurden alle Nationen, Konfessionen und Stände, also Ordensmitglieder, Einwohner Maltas, Fremde aller Nationen und jeder sozialen und religiösen Herkunft, sowie eine beträchtliche Anzahl Moslems, welche in großer Zahl auf Malta als Sklaven des Ordens lebten, versorgt.

 

Trotz der Inquisition wurden weiterhin Juden und Moslems aufgenommen.

 

1711 kam es sogar zu Auseinandersetzungen zwischen der Inquisition und den Ordensbrüdern, da die Inquisition Patienten aus der Sacra Infermeria den Prozess machen wollten.

 

Allerdings wurden schon nach den damaligen religiösen Konventionen Unterschiede bei den Patienten gemacht, so gab es für Sklaven separate Räumlichkeiten im Kellergeschoss mit 134 Betten.

 

Auch die hochadligen Ordensritter mussten regelmäßig in Demut Kranke versorgen, die gesellschaftlich oft weit unter ihnen standen. Es gab sogar einen kleinen Krankensaal für ungläubige, gefangen genommene Moslems.

 

Da der Johanniterorden in verschiede Zungen ( Landesgruppen ) unterteilt war, wurde das Hospital z.B.- von der französischen " Zunge " geleitet.

 

Der Johanniterorden trug wesentlich dazu bei, das vergleichsweise hochentwickelte medizinische Wissen aus dem arabisch-persischen und griechisch-byzantinischen Kulturkreis zu übernehmen und dem abendländischen Europa zugänglich zu machen.

 

Die Hospitalsbrüder waren stets um neuestes medizinisches Wissen bemüht, wobei das Wohlbefinden des Einzelnen immer im Mittelpunkt des therapeutischen Ansatzes stand.

 

Schon im Mittelalter verfolgten sie sehr modern anmutende Grundsätze in der Krankenpflege.

 

Die europäische Heilkunst verdankt ihnen große Fortschritte, einerseits bezüglich hygienischer und diätetischer Vorschriften in der individuellen Krankenbetreuung wie auch hinsichtlich gemeinnütziger sanitärer Einrichtungen und der kommunalen Gesundheitsvorsorge.

 

Diese Tradition wird auch heute noch von den Institutionen des Ordens bzw. seiner Nachfolge-Organisationen hochgehalten.

 

Neben dem Engagement für neue Ansätze in Medizin und Krankenpflege sowie der Unterstützung alternativer Heilmethoden steht noch immer der Mensch als Individuum im Mittelpunkt.

 

Und so verwundert es nicht, dass ein besonderer Schwerpunkt dieser Organisationen in der Pflege und Betreuung alter, kranker und sterbender Menschen sowie in Förderung und Unterhalt von Altenheimen, Krankenhäusern und Hospizen liegt.

 

( Textquellen: oocities.org, brandenburg1260.de, marcopolo.de )

 

 

 

 

 

 

 

Sacra Infermeria Heute:

 

Der ehemalige Innenhof des Hospitals ist in ein internationales Kongresszentrum verwandelt worden, in dem alljährlich auch Veranstaltungen wie das Internationale Chorfestival Anfang November stattfinden.

 

In den Kellergewölben informiert die Ausstellung The Knights Hospitallers anhand von Originalen, Modellen und mit Puppen nachgestellten Szenen sehr anschaulich über das Krankenhauswesen der Ritter; außerdem können Sie nur im Rahmen dieser Ausstellung den Großen Krankensaal besichtigen.

 

( Textquelle: marcopolo.de )

 

 

 

 

Tgl. 9.30-15.30 Uhr | Eintritt ca. 4 Euro | Mediterranean Street | Valletta