Floriana

Die Vorstadt von Valletta, Floriana, entstand nach der Schaffung eines zweiten Bastionsgürtels am Anfang der Halbinsel, für den der Festungsingenieur Pietro Paolo Floriani 1634 im Auftrag von Großmeister de Paule den Entwurf lieferte.

Doch erst 1724 wurde das Gelände zur Besiedlung freigegeben und der schachbrettartige Straßenplan festgelegt. Zwischen den Wällen entwickelte sich ein Vorort, der nach dem Architekten benannt wurde.

Das jüngst renovierte Hotel Phoenicia neben dem Bus-Terminal wurde im Zuge des großen, von den Briten großzügig gesponsorten Nachkriegswiederaufbaus errichtet und erhielt daher den Namen des aus der Asche entstiegenen Mythenvogels.

Dahinter beginnt die langgezogene Promenade The Mall oder Maglio. Sie wurde von Großmeister Lascaris als Ballspielplatz angelegt, wie es hieß, um die Novizen von weniger unschuldigen Vergnügungen im Hafenviertel abzuhalten. Zahlreiche Monumente erinnern hier an die Geschichte Maltas.

Die Kirche St. Publius auf einem weiten Vorplatz der Mall wurde 1733 von Giuseppe Bonnici errichtet und im 19. Jh. um die große Fassade und die Seitenschiffe erweitert, mußte aber nach den Zerstörungen von 1942 nach den alten Entwürfen komplett rekonstruiert werden.

Sie ist dem hl. Publius geweiht, dem (legendären) ersten Bischof von Malta, den Paulus selbst getauft haben soll. Die Steindeckel vor dem großen Kirchplatz, auf dem vor dem Unabhängigkeitstag am 20. September ein großes Fest stattfindet, verbergen unterirdische Kornspeicher.

 

Hinter dem Gotteshaus erhebt sich links die schlichte Sarria-Rundkirche, die Lorenzo Gafà 1678 als Pestkapelle errichtete.

 Rechts befindet sich neben dem Wignacourt Tower (1615), einem Wasserturm des Aquädukts, der Eingang zu den Argotti Gardens, dem botanischen Garten der Universität. Dort kann man schön auf den Bastionen spazierengehen und den Pieta Creek überschauen.

Hauptachse Florianas ist die breit angelegte St. Anne Street, deren Randbebauung zwar aus der Nachkriegszeit datiert, jedoch sind die beidseitigen Arkaden ebenso wie die Großmeisterwappen an den Häusern Zitate der älteren Bebauung aus dem 18. Jh.

Am Ortsausgang erhebt sich als bekanntestes Baudenkmal von Floriana die Porte des Bombes, die alle Busse von und nach Valletta umkurven müssen. Sie wurde 1697 unter Ramon Perellos mit nur einem Bogen errichtet und 1868 durch eine genaue Kopie verdoppelt.

 

Erst 1930 fielen die Verbindungsmauern zu den Bastionen, um eine Durchfahrt für den Verkehr zu schaffen.