Insiderbericht zur Mosta Bombe

Hier ein interessanter Bericht zur Bombe von Günter, die im April 1942 die Kuppel der Kirche durchschlug und nicht explodierte.

Günter ist Deutscher, er lebt schon seit einigen Jahren auf Malta.

 

 

Die Bombe nach dem Entschärfen
Die Bombe nach dem Entschärfen

„….Es geht um den Blindgänger, der im zweiten Weltkrieg durch die Kuppel des Domes von Mosta gepfeffert und nicht explodiert ist.

Die Bevölkerung wertet je diese Tatsache als ein von Gott gewolltes Ereignis.

 

Die Realität sieht ganz anders aus:

 

Als ich noch in Lohn und Brot war, habe ich bei der Stadt Hannover jahrelang nach Blindgängern aus dem letzten Kriege gesucht und auch gefunden.

Ich habe mein Segelboot im Sliema-Creek liegen und fahre laufend an den Kumpels vorbei, die denselben Job in Malta machen.

 

Eines Tages bin ich einfach mal bei den Bombensuchern aufgeschlagen und habe denen erzählt, dass ich den gleichen Job gemacht habe.

 

Wir haben daraufhin lange gefachsimpelt und dabei erzählten sie mich auch die wahre Geschichte der Bombe von Mostar und zwar:

 

Das Innere der Kirche von Mosta
Das Innere der Kirche von Mosta

Wenn die Deutschen mit ihren Flugzeugen in Italien gestartet sind, dann waren die Flugzeuge nur noch lahme Enten, weil sie bis zum Stehkragen mit Bombenlast vollgepackt waren.

 

Sie hatten Mühe, vom Boden abzuheben.

Da die Dinger damals noch so klein waren, dass man keinen Bombenschacht hatte, hängte man das Maximalgewicht an Sprengkörpern unter die Tragflächen und als Gewichtsausgleich hing links das gleiche Gewicht, wie auf der rechten Seite.

 

 

Und weil die deutschen ja mit preußischer Genauigkeit

gearbeitet haben, wurden die beiden Bomben gemäß ihrer Herstellungsnummer vor dem Abflug genauestens registriert.

 

Die Malteser haben diese Listen und hatten bis vor einem Jahr auch die Bombe aus Mostar in der Liste gefunden.

Nun fehlte aber noch das zweite Monstrum. Und siehe da, auch diese hat man vor etwa einem Jahr nördlich von Mostar gefunden, ebenfalls als Blindgänger.

 

Ausbesserungsarbeiten an der Kuppel
Ausbesserungsarbeiten an der Kuppel

Und nun kann man sich 1 und 1 zusammenreimen:

Wenn die deutschen Flugzeuge mit ihren Bomben unterwegs waren, kamen sie kaum von der Stelle, sie hatten Mühe, sich in der Luft zu halten.

Die schwierigste Phase bei einem solchen Feindeinsatz war immer der Start.

Das ist auch heute noch so. Damit nun, wenn ein Start nicht klappte, nicht der gesamte Flugplatz  wegen der zwei Bomben mit in die Luft geht, waren die Bomben beim Start nicht scharf.

 

Das Scharfmachen passierte erst immer kurz vor dem Abwurf in der Luft.

Der arme Bomberpilot, der sich an diesem Tage mit zwei solcher schweren Lasten aus Italien nach Malta gequält hatte, wurde hier wahrscheinlich sofort von englischen Jägern in Empfang genommen.

Um seinen Lastenesel wendiger zu machen, hat er seine eigene Haut insofern gerettet, dass er die Bomben, ohne sie vorher scharf zu machen, abgeworfen hat.

Die konnten also gar nicht explodieren.

 

Die Leute vom Kampfmittelbeseitigungsdienst - so heißt der bei uns in BRD - haben jahrelang nach der zweiten Bombe gesucht, weil sie die o.a. Zusammenhänge kannten.

Und nun haben sie sie gefunden.

 

Für die Bevölkerung ist es wohl immer noch ein Gottesurteil und soll es wohl auch bleiben…..“

 

Eine Kopie der Bombe in einem Seitenraum der Kirche
Eine Kopie der Bombe in einem Seitenraum der Kirche

 

 

 

Vielen Dank Günter für den klasse Bericht.