Valletta

Valletta (maltesisch: il-Belt Valetta) ist die Hauptstadt von Malta

Valletta am Abend
Valletta am Abend

Valletta liegt an der Nordostküste der Insel. Sie befindet sich auf der Spitze einer Landzunge (Monte Sciberras), die von den beiden gewaltigen Naturhäfen Grand Harbour und Marsamxett Harbour umschlossen ist. Valletta grenzt im Südwesten an die Nachbarstadt Floriana.

In Längsrichtung (Nordost-Südwest) sind die Republic Street (früher Queen's Street) und die parallel verlaufende Merchants Street seit alters her die Hauptgeschäftsstraßen unter den 7 durchgehenden Längsachsen, die von bis zu 8 kürzeren Querachsen gekreuzt werden.

 

Karte von planetware.com
Karte von planetware.com

Geschichte

Nachdem die Belagerung durch die Osmanen im Jahre 1565 mit einem militärischen Erfolg für die Malteser zu Ende gegangen war, entschlossen sich die zu der Zeit machthabenden Ritter des Malteserordens auf der Landzunge hinter dem zuvor hart umkämpften Fort St. Elmo eine Festungsstadt nach den neuesten Erkenntnissen der Militärarchitektur und der zeitgenössischen Idealstadt-Theorien zu errichten. Die Halbinsel bot eine strategisch hervorragende Warte, um die natürlichen Häfen auf beiden Seiten zu kontrollieren.

Der Grundstein hierfür wurde am 28. März 1566 durch den Großmeister des Ordens, Jean de la Valette gelegt. Die Planungen für die geometrische Anlage der Befestigungsmauern und des rechtwinkligen Straßennetzes stammten von dem italienischen Architekt und Festungsbaumeister Francesco Laparelli. Damit handelt es sich wohl um die erste auf dem Reissbrett entstandene Planstadt. Der Entwurf einiger wichtiger Einzelbauwerke oblag dem maltesischen Architekten Gerolamo Cassar.

 

Als Laparelli die Insel 1568 noch vor Abschluss der Bauarbeiten wieder verließ, übernahm sein Assistent Cassar die Gesamtleitung des Vorhabens. Am 18. März 1571 wurde der Ordenssitz mit einer feierlichen Zeremonie offiziell von Birgu in die neue Stadt verlegt. La Valette, der 1568 verstarb, konnte das Ende seines Projektes nicht mehr miterleben. Ihm zu Ehren erhielt die Stadt jedoch seinen Namen. An seine Stelle trat Pietro del Monte.

Bis zur Kapitulation der Malteserritter unter ihrem Großmeister von Hompesch vor Napoleons Flotte im Jahr 1798, bei der kein Schuss abgegeben wurde, blieb Valletta uneingenommen und unzerstört.

 

Erst im Zweiten Weltkrieg wurde es durch deutsche und italienische Luftangriffe weitläufig verwüstet, während die mächtigen Befestigungsmauern dem Bombenhagel trotzten (siehe Hauptartikel: Zweite große Belagerung Maltas).

Der Archipel wurde dabei zeitweise mit nur drei Flugzeugen verteidigt. Der britische König verlieh dem maltesischen Volk im Jahre 1942 daraufhin das George Cross für besonderes Heldentum.

1942 verlieh der britische König der Kolonie Malta das Georgs-Kreuz für Tapferkeit
1942 verlieh der britische König der Kolonie Malta das Georgs-Kreuz für Tapferkeit

Herkunft des Namens

Der offizielle Name, den der Malteserorden der Stadt einst gab, war Humilissima Civitas Valletta, was übersetzt so viel heißt, wie eine Stadt der Bescheidenheit verpflichtet. Doch als Stadt der mächtigen Bastionen und der barocken Gebäude in seinen Straßen bekam es als Superbissima den Ruf, das prächtigste der herrschenden Häuser in Europa zu sein. Im Maltesischen wird Valletta umgangssprachlich auch als Il-Belt bezeichnet, was ganz einfach Die Stadt bedeutet.