Sicily Tour, Teil 4

Donnerstag: 30.09.2010

Ankunft in Nicolosi

 

Nicolosi ist eine Stadt der Provinz Catania in der Region Sizilien in Italien mit 7092 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2009).

Nicolosi liegt 16 km nördlich von Catania. Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft und dem Tourismus.

Die Ortschaft Nicolosi hat sich im Umkreis des Benediktinerklosters San Nicolò L'Arena entwickelt, das im 12. Jh. entstanden war. 1477 wurde sie Teil des Lehens Paternò und teilte dessen Ereignisse bis 1852.

Die Geschichte des Dorfes ist eng verknüpft mit der Nähe zu den Kratern des Ätna, deren Ausbrüche den Ort mehrmalig zerstörten (1669, 1693). Im Jahre 1886 stoppte der Lavafluss kurz vor dem Ort. Der Erzbischof hat bei diesem Ausbruch den Schleier der Hl. Agatha von Catania dem Lavafluss entgegen gehalten.

1886 hielt die Lava vor dem Schleierder Hlg. Agathe an, der ihr vom Erzbischof von Catania entgegengehalten wurde.

Giovanni Verga machte daraus den Stoff einer seiner dramatischsten Novellen: L'angoscia di un villaggio.

 

Die Nachbargemeinden sind Adrano, Belpasso, Biancavilla, Bronte, Castiglione di Sicilia, Maletto, Mascalucia, Pedara, Randazzo, Sant’Alfio und Zafferana Etnea.

Ankunft am Ätna

 

Einer der letzten feuerspeienden Vulkane Europas.

 

Majestätisch erhebt sich der Ätna nicht weit entfernt von der Ostküste Siziliens. Der Mongibello, der ›Berg der Berge‹, wie die Sizilianer den Ätna in einer lateinisch-arabischen Wortschöpfung nennen, ist einer der letzten aktiven Vulkane Europas. Dank der Frühwarnsysteme der Vulkanologen leben die Menschen am Ätna heute jedoch nicht mehr ganz so gefährlich.

Auch für den Tourismus ist er inzwischen erschlossen. Wenn der scheinbar schlummernde Drache also nicht gerade Rauch und Asche speit, kann man den Aufstieg wagen. Ein Ausflug hinauf auf 3350 m, direkt an den Kraterrand, in eine in Europa einzigartige Vulkanlandschaft, zählt zu den großen Attraktionen einer Sizilienreise.

 

Seit der Antike sind zahlreiche Ätna-Ausbrüche überliefert, die stärksten Eruptionen aus den Jahren 475 v. Chr., 396 v. Chr., 36 v. Chr., 1329 und 1669. Zwar liegt der letzte große Ausbruch schon lange zurück, doch hat sich der Vulkan keineswegs zur Ruhe gesetzt, er raucht und brodelt ständig und immer wieder.

Auch im 20. Jh. kam es zu einigen heftigen Eruptionen. 1983 bewegten sich die Lavamassen auf die Ortschaft Nicolosi zu, 1992 auf Zafferana Etnea.

Auch im Sommer 2001 und im Herbst 2002 spuckte der Vulkan wieder rot glühende Lava. Der Ausbruch 2001 bedrohte zeitweilig erneut Nicolosi, vor allem aber das Touristenzentrum Rifugio Sapienza.

Nachdem die Lava Anlagen der – mittlerweile wiederhergestellten – Seilbahn und vereinzelte Häuser zerstört hatte, kam sie nur wenige Meter vor der Siedlung zum Stehen. Letztmals spuckte der Ätna 2004 Feuer.

Die Region um den Ätna war trotzdem schon immer dicht besiedelt. Die ständige Gefahr eines Vulkanausbruchs hat die Menschen keineswegs davon abgehalten, sich in seiner unmittelbaren Nachbarschaft anzusiedeln.

 

Denn vulkanische Erde zählt zu den fruchtbarsten Böden überhaupt und bietet daher beste landwirtschaftliche Voraussetzungen.

 

Nach einem Ausbruch dauert es allerdings etwa 200 Jahre, bis der Boden erneut genutzt werden kann. Zahlreiche Dörfer und auch größere Städte, erbaut aus dunklem Lavastein, ziehen sich wie ein Ring um den Vulkan.

Ätna-Umrundung

Wer sich eine Vorstellung von den riesigen Ausmaßen des Vulkans machen möchte, sollte sich zur Umrundung des Ätna entschließen. Dieser Ausflug ist sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug durchführbar. Die Schmalspurbahn der privaten Linie FCE (Ferrovia Circumetnea, www.circumetnea.it ) und auch die fast parallel dazu laufende Straße bedienen die wichtigsten Orte der Region und passieren dabei verschiedene Landschafts- und Vegetationszonen.

 

Bis zu einer Höhe von etwa 500 m überwiegt der Gemüseanbau. Zwischen 500 und 1300 m findet man Obstbäume, Orangen, Zitronen, Pfirsiche, aber auch Mandel- und Haselnusssträucher. Oberhalb von 1300 m beginnt der Kastanienwald. Doch mitten in der blühenden Landschaft tauchen immer wieder Lavafelder auf, die jedes Leben erstickt haben.

 

Ausgangspunkt für die Zugfahrt ist die Ortschaft Giarre nördlich von Catania. Die Bahn benötigt für die 110 km lange Strecke, die in Catania endet, etwa drei Stunden. Man muss die Strecke jedoch nicht in einem Schwung durchfahren. Da die Bahn tagsüber in regelmäßigen Abständen verkehrt, bietet es sich an, die eine oder andere Zwischenstation einzulegen und mit dem nächsten oder übernächsten Zug weiterzufahren.

Die erste Ortschaft, die man unterwegs passiert, ist die auf 550 m gelegene normannische Gründung Linguaglossa. Die einst prächtigen Pinienwälder ringsum fielen größtenteils dem Ätnaausbruch im November 2002 zum Opfer. Sehenswerter ist jedoch Randazzo. Obwohl das kleine Dorf nur etwa 15 km vom Kraterrand entfernt liegt, ist es noch nie von den Lavamassen überrollt worden. Doch schon einige Male hat nicht viel gefehlt, wie die erstarrten Lavaströme kurz vor der Ortschaft bedrohlich demonstrieren. In der Altstadt von Randazzo haben sich etliche aus Lavastein errichtete Bauwerke erhalten. Außerdem gibt es drei sehenswerte Kirchen, allen voran die Chiesa S. Maria aus dem 13. Jh.

 

Hinter Randazzo, bei Bronte, erreicht die Bahn auf 760 m den höchsten Punkt der Strecke. Die nächste sehenswerte Ortschaft ist Adrano, die in ihrer mächtigen Normannenburg aus dem 11. Jh. ein Archäologisches Museum (Sommer Di–Sa 9–13 und 15–19, Winter Di–Sa 9–13 und 15.30–18 Uhr) beherbergt. Ausgestellt werden Funde aus prähistorischer und antiker Zeit.

 

Nach einigen weiteren Kilometern erreicht der Zug Paterno, die größte Stadt an der Strecke und zugleich Zentrum des sizilianischen Zitrusfrüchteanbaus. Interessantestes Bauwerk ist eine von Roger I. erbaute Festung. Von hier ist es nun nicht mehr weit bis Catania.

Ätna-Besteigung

Wer den Ätna ganz aus der Nähe betrachten will, fährt zum Rifugio Sapienza. Von Catania erreicht man über Nicolosi den auf 1910 m gelegenen Ausgangspunkt für Kraterbesteigungen.

 

Die letzten Höhenmeter bis zum Torre del Filosofo auf 2917 m müssen die Touristen im Jeep oder zu Fuß zurücklegen. Eine Besteigung der Krater ist nur in Begleitung eines Bergführers möglich.

 

Da der Vulkan nach wie vor aktiv ist, kann es zu kurzfristigen Sperrungen der Gipfelregion kommen.